Im Jahre 1543 landeten die ersten Portogiesen, von Macao aus kommend, auf der südlichen japanischen Insel Kiuschu.
1549 brachte der Missionar Franz Xaver (1506-1552) die erste europäische Uhr als Geschenk nach Japan. Bis zur Ankunft der Portugiesen kannten die Japaner nur Wasser-, Sonnen- und Feueruhren.

Zu dem Zeitpunkt, als die Japaner ihre ersten Räderuhren fertigten, blieben sie bei ihren Zeiteinteilungen. Sie übernahmen nicht das europäische Zeitsystem, die Äquinoktialstunden, also die 12 und 12 Stunden, den 24 Stundentag.

Sie bauten zunächst zwei Werke unter zwei Platinen, das sind die Deck-Platten, in denen sich die Achsen der verschiedenen Räder bewegen. Die beiden Werke in einem Gehäuse wurden unabhängig voneinander durch Gewichte angetrieben.

Diese beiden Werke in japanischen Uhren waren notwendig, weil mit dem einen Werk die Tag- und mit dem anderen Werk die Nachtstunden angezeigt wurden. Da die Sonnenauf- und -untergänge in Japan wie bei uns unterschiedlich sind, wurde 14-tägig der Gang der Uhr geändert. Zusatzgewichte, die der Regulierung dienten, wurden versetzt d.h. wenn es auf den Winter zuging, wurden die Regulierungsgewichte der Taguhr nach innen versetzt. Damit lief die Uhr am Tag schneller. Setzte man die Gewichte für die Nachtuhr nach außen, lief das Nachtuhrwerk langsamer.

Die japanische Zifferblatteinteilung war ebenfalls anders. Man zählte nicht von 1 - 6 die Tag- und von 1 - 6 die Nachtstunden, sondern zweimal rückwärts von 9 - 4. Der Punkt nach europäischer Zeitrechnung 24 Uhr war gekennzeichnet durch die Ziffer 9. Auch der Schlag auf Glocke war anders. Bei den ungeraden Stunden schlug die Uhr einmal und bei den geraden Stunden zweimal, es gab sogenannte Doppelstunden. Die Doppelstunden wurden in acht, zehn oder auch in sechs Segmente unterteilt.

Später gab es dann Zifferblätter, bei denen Sternkreiszeichen als Stundenmarkierungen dienten, also eine Zwölfereinteilung. Für uns scheint das alles sehr kompliziert zu sein.

Die Literatur, soweit bekannt, nennt keine exakte Zahl, wann die Japaner das europäische Zeitsystem übernommen haben (um 1900 ?) aber sie zählen mit zu den Völkern, die ihrem Zeitsystem am längsten treu blieben.

Japanische StuhluhrJapanische Laternenuhr Doppelspindeluhr

mit Wecker. Geschlossenes , allseitig ornamental graviertes ziseliertes Messing-Gehäuse mit Eisenwerk. Höhe ca. 29 cm, Fuß ca. 12 x 12 cm

Flache offene Glocke. 2 Spindeln mit Waagbalken für Tag und Nachtstunden mit automatischer Umschaltung. Vorgesetztes Zifferblatt mit zehngeteilten Stunden , Ausgeschnittenen Eisenzeiger und Weckerscheibe, Spindelgang mit Gewichtszug. Wecker mit seperaten Schnurzug.

Um 1730-60 („frühe japan. Uhr“)

Vier Eisenstangen tragen einen viereckigen nach außen gestellten Boden, der seitlich mit floralen, je verschiedenen Fantasie-Dekoren graviert ist. Auf dem Boden sind an den Ecken 4 Eisenstangen angebracht, die mit Messingplatten verkleidet sind. 2 dieser Deckplatten sind als Türen mit Scharnieren versehen. Beim Öffnen schaut man seitlich in das Werk. Vorderseiten der Türen wie auch der Rückseite sind ebenfalls mit verschiedenen floralen Fantasiedekoren versehen. Frontplatte auch mit floralen Fantasiedekoren hat einen Zifferblattring mit drei Einteilungen, sowie 2 Fensterchen; deren rechtes hängt mit der Uhrenfunktion zusammen, das linke hat keine Funktion mehr. Obere Deckplatte ist aus Eisen, aus der in der Mitte eine Säule ragt, auf der eine Metallglocke befestigt ist, In dem Freiraum zw Glocke und Boden befinden sich zwei Waag-Balken mit Gewichten. Der Hammer schlägt von innen an die Glocke. Ein Doppelkugelhammer schlägt ebenfalls, wenn die Weckerfunktion ausgeführt wird, an die Glocke.

Aufgesetzter Ziffernring, 24-Std-Einteilungen für Tag- und Nachtstunden. 120-Teilung, frühes japanisches Kreiszifferblatt (vgl. Brandes, S. 47, Abb. 26), kein Zeiger, sondern kleines Knöpfchen, das zugleich den Weckerstift hält. Äußerer Ziffernring: 12 Zeichen des chinesischen Tierkreises (12 Doppelstunden = 24 Std), innerer Ziffernring: alte japanische Zahlzeichen, Zwei Fenster zeigen 10 Elemente und 12 japan. Tierkreiszeichen.

Japanische Stuhluhr seiteVerstellbar, Eisen, dekorativ ausgeschnitten, Weckscheibe mit Vorrichtung für Stiftauslösung.

Schlagwerk und Wecker mittels dritter Spindel , Glocke wurde repariert; japanische Schlagfolge.

5 Gewichte aus Eisen.

Lauffähig

Die Uhr steht auf nicht dazugehörender Konsole.

Diese Uhr befindet sich zur Zeit nicht in der Museumspräsentation an der Oststr. 69 in Ahlen.

Auf den dargestellten Bildern, sind die Gewichte nicht zu sehen.

 

 

 

 

 

 

 

Japanische Tag- und Nachtlampenuhr, 226 -21 vergoldet, Höhe 290 mm

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Messing gegossen. Auf einem runden aufgewölbten Fuß ca. 100 mm im Durchmesser und ca. 6 mm hoch mit 2 Rillen in einem Runddrahtkreis

befindet sich ein Aufbau mit einem Nodus von ca. 40 mm im Durchmesser und ein weiterer Aufbau, der eine Hülse, eine runde Dose im Durchmesser ca. 50 mm und einer Höhe von ca. 60 mm trägt.

In dieser Dose befindet sich das Uhrwerk. Das Uhrwerk mit einem Bipolarpendel wird aufgezogen mit dem Zeiger, der aus zwei Teilen besteht.

Der obere Teil des Zeigers ist abnehmbar und dient als Aufzugschlüssel.

Bei einem Bipolarpendel ist eine Beschwerung oberhalb des Drehpunktes.

Ein weiterer Aufbau wird von 2 seitlichen angeschraubten Klammern gehalten. In diesem Aufbau befindet sich der Tank für die Tran- (Oel) Füllung und ein weiterer Aufsatz mit einem Rohr, aus dem der Docht kommt und zur Flamme angezündet wird und damit das Zifferblatt wie auch die Umgegend beleuchtet.

Aus der Dose mit dem Werk kommt eine Welle, auf der ein Zahnrad aufgesteckt ist, das wiederum in ein größeres Zahnrad greift. Das Zahnrad bewegt sich auf einer Achse, auf der zwei Metallscheiben stecken, in deren Mitte eine rote Glasscheibe aufgesteckt ist, deren Vorderseite als Zifferblatt dient und in dessen Mitte ein festehender Zeiger angebracht ist. In dem Zifferblatt, das sich beim Laufen der Uhr nach rechts dreht, sind Striche und Zeichen eingeschliffen, sodass alle Zeichen glasklar erscheinen. Die Scheibe dreht sich so, dass stets die aktuelle Stunde besonders beleuchtet ist.

Zunächst hat die rote Scheibe, das Zifferblatt, drei Kreise, die wiederum eine Zwölfereinteilung zeigen

Die Zeichen und ihre Bedeutung müssen noch im Sinne einer genauen Zeiteinteilung durch Übersetzung in die Deutsche Sprache bestimmt werden.

Ein japanischer Besucher des Museums meinte zu dieser Uhr, der Tank sei in Japan mit brennbarem Fischtran gefüllt gewesen.

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Japans Zeitmesser gingen früher anders.

Später gab es dann Zifferblätter, bei denen Sternkreiszeichen als Stundenmarkierungen dienten, also eine Zwölfereinteilung. Ab 1866 waren die Japanischen Uhrensysteme mit ihrer alten Zeiteinteilung nicht mehr gültig.

Diese ursprüngliche Zeitrechnung hatte im Gegensatz zur westlichen Zeitrechnung eine feste Einteilung des Tages in zweimal zwölf Stunden. Der anfänglichen japanischen Zeiteinteilung liegt vielmehr die Uhreneinteilung des „natürlichen Tages“ zugrunde, das ist die Zeitspanne zwischen der morgendlichen Dämmerung und der abendlichen Dunkelheit.

Tag und Nacht hatten auf dieser Grundlage verschiedene Längen und diese wiederum waren abhängig von der Jahreszeit. Jede Tag- und Nachtschicht war jeweils in sechs gleichlange Zeitspannen eingeteilt.
Ein Sechstel des Tages im Sommer war daher erheblich länger als das gleiche Sechstel des Tages im Winter.

Es gab im Wesentlichen drei verschiedene Arten Japanischer Uhren, die mit dem altertümlichen Zeitsystem arbeiteten.

Es handelte sich erstens um Uhren, die von Gewichten getrieben wurden.

Zweitens gab es tragbare Federuhren.

Und drittens gab es Uhren in einem schmalen hölzernen Behälter.

Sie wurden an einem Hauspfeiler oder einer anderen prominenten Stelle aufgehängt. Diese Art mit geradliniger Ziffernskala wurde auch als

Pfeileruhr, Languhr oder „Pillarclock“ bezeichnet.

Es ist schon etwas Besonderes, originale Japanische Uhren, die vor der Übernahme der westlichen Zeit im Gebrauch waren, zu besitzen und dieselben in einer Ausstellung zeigen zu können.

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Im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen befindet sich eine Japanische

Shaku-Dokei-Clock = Pfeileruhr/Säulenuhr

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Dieser verglaste Holzkasten deckt das
Werk ab

Das Messingwerk steht auf einer Platine als Trägerelement. Darauf stehen vier ca. 92 mm lange dekorative Säulen, die durch das Messingdeckelement hindurchgehen. In diesem offenen Gehäuse befindet sich das Werk.

Die vordere turmartig gearbeitete Platte mit ausgesägten und nachgravierten Orchideenblüten trägt eine runde Scheibe als Zifferblatt im Durchmesser von ca. 28 mm, in deren Zentrum sich ein Messingzeiger auf einer Achse befindet, der sich beim Schwingen der Unruh im gleichen Takt ruckartig bewegt.
Das Zifferblatt hat eine Sechsereinteilung mit den arabischen Ziffern 1.2.3.4.5.6., die von einem sich drehenden Zeiger angezeigt werden.

Ein weiterer Zifferblattring hat 60 Einteilungen?
Das Vierkant der Aufzugswelle befindet sich vor der mit Blüten verzierten Platte. Auf dieser Welle befindet sich auch eine Spule, die den Faden beim Aufziehen der Uhr mit dem anhängenden Gewicht aufnimmt.

Auf dem Gewicht befindet sich außerhalb des Holzgehäuses ein feststehender dekorativer Zeiger, der die Zeit auf der mittleren Skala anzeigt.

Das Werk hat 4 Räder und Triebe.

Außerhalb auf dem Gehäusedeckel ist die Unruhe mit Spirale angebracht, im Werk die Spindelhemmung mit Lappen und Radunrast.
Das Gehäuse ist auf ein Holzbrett geschraubt und mit einem verglasten Holzkasten abgedeckt.

Auf dem unteren Holzkasten ist eine Leiste mit 12 rautenförmigen, verschiebbaren Messingplättchen für die Stundeneinteilung angebracht. Verschiebbar deswegen, weil die Sonnenstunden im Sommer (der lichte Tag) länger sind als im Winter und umgekehrt.
(Toki = japanisch für Stunde).

Der Holzkasten schließt unten mit einer Schublade zur Aufbewahrung des Schlüssels ab. Schlüssel nicht vorhanden.

Die Gesamtlänge des Holzbretts beträgt ca. 425 mm.

Die Breite ca. 60 mm.

Material: Holz, Palisander?, Messing, Glas

Herkunft: Japan, gebaut nach 1800

Gehäuse: Das Holzgehäuse besteht aus mehreren Teilen.

Aufhängeöffnung im Wandbrett.
Zustand der Uhr: gut, gangbar, normale Gebrauchsspuren

Literatur: Ullstein Uhrenbuch von Jürgen Abeler, Seite 210,
Bruckmanns Uhrenlexikon

Bassermann Jordan/Bertele

Museen: Historisches Museum Basel
(Uhrensammlung Nathan Rupp) Katalogseite 121, Nr. 88 u. 89

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