Pontifikalien sind Insignien der Kardinäle, Bischöfe und Äbte

Dazu zählen auch Handschuhe und Schuhe.

 

Das Birett

Kopfbedeckung der Kleriker seit Ende des Mittelalters.

Nach Rang verschiedenfarben

Birett, ein Standeszeiches des Priesters, eine Kopfbedeckung der Kleriker seit Ende des Mittelalters. Zuerst eine runde Mütze, später steif mit drei oder vier abgerundeten Aufsätzen, Zacken oder Hörnern. Nach Rang verschiedenfarbig für geweihte Amtsträger der kath. Kirche. Für Bischöfe in violetter Farbe, jedoch nur, wenn er einen Talar, die Chorkleidung trägt.

Im kath. Gottesdienst wird ein Birett nur getragen, wenn der Würdenträger geht oder sitzt. Vor dem Altar wird es immer abgenommen.

 

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Birett Mixa

Birett von Bischof em. Dr. Walter Mixa

Walter Johannes Mixa wurde am 25. April 1941 in Königshütte, Oberschlesien, heute Chorzów, Polen, geboren. Von 1996 bis 2005 war er Bischof von Eichstätt und von 2005 bis 2010 Bischof in Augsburg.

Am 21. April 2010 bot Mixa Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Augsburg und den des Militärbischofs der Bundeswehr an.

 In seiner schicksalschweren Zeit widmete er Werner Fischer sein Birett für das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen

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Pileolus

Aus Lexikon für Theologie u. Kirche, Freiburg 1963, Bd. 8

Calotte, Subbiretum, Submitrale, Soli Deo (weil es nur vor dem Allerheiligsten abgenommen wird) Zucchetto, ein nicht liturgisches Scheitelkäppchen, daß auch unter dem Birett und Mitra getragen wird.

Der Pileolus, der ursprünglich auch Hinterkopf und Schläfen bedeckte ( in dieser Form später Camauro genannt) kam im 14. Jahrhundert auf (wohl zum Schutze der Mitra) und erhielt im 16./17. Jahrhundert die heutige kleine, runde Form.

Prälaten, denen Pontifikalien zustehen, dürfen den Pileolus auch bei der Hl. Messe (außer vom Sanktus bis zur Kommunion) und auch bei sakramentalen Prozessionen tragen.

Die Farbe des Pileolus ist beim Papst weiß, beim Kardinal rot, bei Bischöfen, gefreiten Äbten und Prälaten violett, sonst schwarz.

Hinsichtlich Farbe und Gebrauch gibt es doch viele Privilegien.

Literatur: Braun LG 509 f; Eisenhofer I 441 444f; Fattinger 205 f.

Aus Lexikon für Theologie und Kirche, Freiburg 1963, Bd. 8

Pileolus Scheitelkäppchen, das ursprünglich haubenartig auch Hinterkopf und Schläfen bedeckte und wohl der Schonung der Mitra dienen sollte.

Im Barock ist es auf die heutige kleine runde Form zusammengeschrumpft.

Ein nicht liturgisches Kleidungsstück, das von Bischöfen und von allen Prälaten mit recht der Pontifikalien in der Farbe ihres Standes getragen werden darf, auch bei liturgischen Verrichtungen, und das nur vom Sanktus bis nach der Kommunion abgelegt werden muß.

Pileolus Seite 412 A.Adam/R.Berger, Pastoralliturgie, Handlexikon, Leipzig 1982.

Informationen von Monsignore Karl Stephan Fischer, Fulda Juli 2002. u. 7.8.02

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Links

Pileolus von Johannes Joachim Degenhardt, Erzbischof v. Paderborn

Degenhardt wurde 1926 im westfälischen Schwelm geboren.
Er studierte in Paderborn und München Philosophie und Theologie.
Zum Bischof wurde er 1968 geweiht und 1974 zum Erzbischof von Paderborn von Paderborn ernannt.
Im Februar 2001 wurde er in das Kardinalskollegium aufgenommen.

Degenhardt galt in der katholischen Kirche als besonders Papsttreu. So war er auch über Jahre hinweg einer der vehementen Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen. Er galt aber auch als Brückenbauer, der stets den Dialog mit der protestantischen Kirche suchte. Er war ein bekennender Fan von Schalke 04. Der Drewermann-Streit überschattete seine Amtszeit. Degenhardt zählte zu den Gegnern der Abtreibung

Er starb am 25. Juli 2002 in Paderborn im Alter von 76 Jahren an Herzversagen und wurde am 3. August im Hohen Dom zu Paderborn in der Bischofsgruft der Domkrypta beigesetzt. Ein besonderes Andenken an Erzbischof Degenhart befindet sich nun im Museum im Goldschmiedehaus in Ahlen. 

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Pileolus von Weihbischof und Domdechant Dr. Paul Heinrich Nordhues von Paderborn

Aus der Geschichte der Elenden-Bruderschaft zu Paderborn
Weihbischof Dr. Paul Nordhues / Domdechant

Weihbischof und Domdechant Dr. Paul Heinrich Nordhues von Paderborn, geb. 1915 in Dortmund, setzte sich für die Nichtsesshaften in der Elenden-Bruderschaft zu Paderborn ein. Er war der Deutschen Goldschmiedegilde des hl. Eligus sehr verbunden.

1999 widmete er sein Pileolus dem Kurator der Gilde, Werner Fischer, für das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen. Dr. Paul Norhues verstarb im Jahre 2004.

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Mitra, seit dem 12. Jahrhundert auch Inful genannt, Infeln vom lateinischem infula, -ae = Stirnbinde der Priester und des kaiserlichen Statthalters.

Zwei Bänder, die von der Rückseite der Mitra herabhängen.

Sachwörterbuch zur Kunst des Mittelalters,

liturgische Kopfbedeckung, ursprünglich kegelförmig oder oben abgerundet, seit dem 12. Jahrhundert durch zwei dreieckige, durch Stoff oben verbundene, geschlossene Schilder gebildet, die nach und nach an Höhe und Schmuck zunahmen; an der Rückseite fallen Streifen (vittae, infulae) herab.

Die Mitra dürfte in Rom aus der außerliturgischen Kopfbedeckung des Papstes entstanden und als liturgisches Gewandstück zwischen 900 und 1000 eingeführt worden sein, wird nachweisbar seit 1079 auswärtigen Bischöfen verliehen, ist Mitte des 12. Jahrhunderts bei Bischöfen allgemein; nachweisbar wurde sie seit 1063 bei Äbten, seit 1105 Kanonikern, seit 1060 auch weltlichen Fürsten, insbesondere dem deutschen Kaiser verliehen.

Gegenwärtig kann sie außer von Bischöfen, Kardinälen und Äbten nur auf Grund eines eigenen Privilegs (jus pontifikalium) getragen werden.

Im liturgischen Gebrauch unterscheidet man eine Mitra pretiosa ( mit Edelsteinen gezierte) auriphrygiata (aus Goldbrokatstoff) und simplex (von weißer Seide oder Linnenstoff).

Die Griechen haben seit dem 16. Jahrhundert die Mitra eingeführt, eine hohe, kostbar verzierte, von einem liegenden Kreuz gekrönte Mütze; die übrigen oriental. Riten haben die römische Form angenommen.

Aus dem Kirchlichen Handlexikon 1912 Seite 990 lt. Braun, liturgische Gewandung (1907), 424/98

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Mitra des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Erwin Ender.

Mitra

Erwin Josef Ender wurde am 7. September 1937 in Steingrund, Landkreis Habelschwerdt (ehemalige Grafschaft Glatz/Schlesien - heute Polen) geboren.

Mit fast 9 Jahren kam Erwin Josef Ender mit einem Flüchtlingstreck von Schlesien nach Ahlen.

Er übernachtete in der Brunnenfeldschule um dann von den Behörden der Stadt Ahlen nach Seppenrade geschickt zu werden.

Seine Jugenzeit verbrachte er in Lüdinghausen.

In der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom als Priesteramtskandidat des Bistum Münster empfing er am 10. Oktober 1965 das Sakrament der Priesterweihe in Rom. Nach weiterführenden Studien in Rom wurde er 1970 an der Gregoriana zum Doktor der Theologie mit der Arbeit "Heilsökonomie und Rechtfertigung" und trat anschließend in die Dienste des Vatikans.

Von 1970-1974 nahm er verwaltungsaufgaben war, 1974 wechselte er in die Diplomatische Sektion, wo er bis 1990 die deutschsprachige Abteilung des Staatssekretariats leitete. Am 15. März 1990 ernannte ihn Papst johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Germania in Numidia und spendete ihm am 5. April des selben Jahres die Bischofsweihe.

Kurz darauf endsandte er Ihn als Apostolischen Delegaten in die Region rotes Meer und ernannte ihn noch im gleichen Jahr zum Apostolischen Pro-Nuntius im Sudan. 1993 wurde Ender Apostolischer Delegat in Somalia. 1997 Apostolischer Nuntius für die Baltischen Staaten Litauen, Lettland, Estland, 2001 Apostolischer Nuntius in der Tschechischen Republik. Von 2003 bis 2007 war er Apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland.

Der Diplomat Erzbischof Dr Erwin Josef Ender widmete als zeichen seines Dankes dem Museum im Goldschmiedehaus Ahlen seine Mitra, die er im April 1990 in Rom bei der Bischofsweihe durch Papst Johannes Paul II. zum ersten mal getragen hat und die ihn in 17 Bischofsjahren begleitet hat.

Ein Apostolischer Nuntius ist während seines aktiven Dienstes von ungefähr zwanzig Jahren in der Regel Päpstlicher Vertreter in vier und mehr Ländern in verschiedenen Kontinenten; nicht selten sogar in mehreren gleichzeitig.

Jedes Land hat seine besondere Geschichte mit den ihm eigenen Herausforderungen, Möglichkeiten, Nöten und Leiden. Dennoch sind in allen Ländern die Sorgen und Hoffnungen der Menschen im Prinzip die gleichen, nämlich in Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit menschenwürdig miteinander und mit den Nachbarn leben zu können.

Der Apostolische Nuntius, der nicht nur Diplomat, sondern zuallererst Priester und Bischof ist, ist vom Papst als den obersten Hirten der Universalkirche in einer besonderen Weise zu den Ortskirchen gesandt. Diese teilen in den einzelnen Ländern die Bedingungen, die Schwierigkeiten und Folgen der jeweiligen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. In ihnen hat der päpstliche Vertreter in enger Zusammenarbeit mit den Bischöfen den Sendungsauftrag der Kirche entsprechend seiner spezifischen Zuständigkeit zu unterstützen und zu fördern. Dieser besteht im Wesentlichen überall darin, „gelegen oder ungelegen (2 Tim 4,2) den Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkünden, ihnen die erlösende Liebe Gottes zu vermitteln und dadurch zugleich auch zu einem gerechten und friedlichen Zusammenleben in gegenseitiger Toleranz und Solidarität zu verhelfen. Auch die diplomatischen Pflichten und Bemühungen des Apostolischen Nuntius haben gemäß seinem kirchlichen Auftrag vor allem eine pastorale Ausrichtung. Sie zielen darauf ab, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den staatlichen Autoritäten und der Kirche herzustellen. Sie sollen die hohen Werte der Gerechtigkeit, gegenseitiger Achtung und des Friedens im Lande und zwischen den Nationen fördern, die unverletzliche Würde und die rechte der Menschen schützen wie auch zu einer religiösen und sittlichen Erneuerung der Gesellschaft beitragen.

Auszug aus dem Vortrag von Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender bei der Gedenkfeier für Erzbischof Dr. Johannes Dyba (Fulda 23. Juli 2009)

 

Der Titel Nuntius bleibt bestehen auch wenn die betreffende Person das Amt nicht mehr ausübt.

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Schuhe wie Handschuhe wurden von Weihbischof Johannes von Rudloff getragen . Bischofsweihe im Dom zu Osnabrück. Bischofsvikar in Hamburg
* 1897 +1978

Pontifikal-Handschuhe

haben auf dem Handrücken ein Kreuz.

Die Manschetten zeigen eine in Pfeilform verlaufende goldene Linie, die an jeder Seite mit je 5 roten Rhomben (= 10) geschmückt sind. In der Mitte zum Betrachter befindet sich ein P, gekreuzt von Bischofsstab u. Kreuz

Pontifikal-Schuhe

Elfenbeinfarbiges Leder mit Schnürsenkel und Ledersohlen.
Je mit Gold und Silberfäden gestickter Taube, im Schnabel einen Nimus fliegend auf ein Kreuz, das mit Steinchen besetzt ist

Werner Fischer gewidmet von Claus Pohl. Weihnachten 2010

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