Es folgen Exponate, die sich in der ständigen Präsentation des Museums befinden:

Beteldose

Betelnussdose zum Anhängen

Bezeichnung: Beteldose
Material : Silber? Nicht punziert
Edelsteine : keine
Gewicht : Totalgewicht ca. 35 g
Durchmesser: ca. 40 mm zu 55 mm
Herkunft : Asien, Ceylon
Zeit : vor dem 20. Jh.?
Zustand : getragen, sehr abgenutzt
Erworben : In Kandy Anfang 1969 gekauft.

Die Dose besteht aus zwei doppelseitigen Schalen, die unten mit einem Scharnier beweglich befestigt sind. Oben befindet sich ebenfalls ein Scharnier, das gleichzeitig als Verschluß und Aufhängung dient. Beide Schalenböden sind glatt, während die Schalenränder mit vierblättrigen Blüten graviert sind. Für die Scharniere sind extra dekorative Seitenplatten angefügt.

Nach Informationen von Einheimischen handelt es sich bei der Dose darum, um Betelnußkerne aufzunehmen, die zusammen mit dem Blatt des Betelpfeffers und gebranntem Kalk zum Kauen eingerollt werden.

Die roten Früchte werden Betelnüsse oder Arekanüsse genannt, haben etwa die Größe eines Hühnereis, etwa 7 cm, und umschließen mit faserigem Fruchtfleisch einen 3–10 g schweren, braunen Samen.


Foto: Dr. Armin Künne

Buddha, Torso auf Sockel, Holz, Siam, mit Gold belegt, Gebrauchsspuren, Fehlstellen, ca. 68 cm hoch, 18./19. Jahrhundert.

Die Figur vermittelt einen majestätischen, fast göttlichen Eindruck und strahlt schlichte Würde aus, dem sich der Betrachter nicht entziehen kann.

Buddha sanskr. „der Erwachte, der Erleuchtete". Der historische Buddha Siddharta Gautama wurde etwa 560 v. Chr. in Lumbini nahe der Stadt Kapilavastu im heutigen Nepal geboren und starb im Alter von 80 Jahren.

Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Sakyer. Seine Vita als Religionsgründer ist spannend und seine Lehren überdauern Zeit und Raum.

20160610 094530(0)Buddhafigur Metall, gegossen

Höhe : ca. 42 mm

Gewicht : 34 g

Zeit : antik

Herkunft : Ceylon

Erworben: Anfang 1969 in Ceylon geschenkt bekommen.

Sitzende Buddha-Figur auf Sockel. Die Hände treffen sich vor dem Bauch.

Große Ohren und die Haartracht spitz auslaufend.

Eine Antike Figur, sehr alt.

 

20160610 095221Buddhafigur Holz, geschnitzt

Höhe 9,5 cm

Antik

Sitzende Buddha -Figur, auf Sockel, Die Beine zu einem Dreieck gelegt, die Hände treffen sich vor dem Bauch, Umhang über die linke Schulter gelegt, mal farbig gefaßt und mit Gold belegt.

Die Ohren und der Kopfputz fehlen.

Eigentum von Werner Fischer in Ceylon erworben 1969

 

 

 

Buddhismus Mudras:
Dharmachakra: Verkündigung der Lehre, das in Bewegung setzen des Rad der Lehre.
Die Hände sind in der Höhe des Herzens, Daumen und Zeigefinger formen (bilden) Zirkel (Kreis).

Bhumispara: Das Berühren der Erde, so wie Gautama es gemacht hat als er die Erde als Zeuge der Wahrheit seiner Worte angerufen hat.

Varada: Erfüllung von allen Wünschen, die Gebärde der Wohlwollens.

Dhyana: Die Gebärde von absolutem Gleichgewicht von der (in der Meditation). Die Hände liegen entspannt im Schoß, die Daumen und Finger berühren einander. In dem Bild abgebildet - die Mudrahaltung mit Bettelschale - Zeichen von dem Oberhaupt eines Ordens.

Abhaya: Gebärde von Beruhigung, Segen und zum Beschützen. „Mache Dir keine Sorgen - habe keine Angst“.


Foto: Dr. Armin Künne

Dharmapala - Maske, Sanskrit wörtlich: Schützer der Lehre

Kultmaske, Leder bemalt, Jama, Tibet, 2. Hälfte 19. Jh., ca.36 x 29,5 x 17cm.
Schreckensmaske, Abwehr von bösen Geistern bzw. Höllenwächtern.

Neben den eigentlichen Dharmapalas, wie etwa Mahakala („Der große Schwarze"), der rasende Aspekt des Avalokitesvara, gibt es noch die sogenannten Lokapalas (Schützer der Region), die aus dem vorbuddhistischen Volksglauben übernommen und durch einen Eid der buddhistischen Lehre verpflichtet wurden.
Mahakala u. a. der Schützer der Kagyüpa-Schule und der Dalai Lamas, besitzt ein furchterregendes Äußeres und wird mit einem schwarzem Körper dargestellt. Als Hauptaufgabe werden ihm vier Aktivitäten zugeordnet: Bezähmen, Bereichern, Anziehen und Zerstören. Diese Aktivitäten können sich auf innere und äußere Hindernisse beziehen.

Ihre Gesichtsfarbe ist tiefblau bis schwarz.

Die fünf Totenschädel in ihrer Krone stehen symbolisch für die fünf zornvollen Buddha-Familien (khro bo rigs Inga).
Augenbrauen, Backen- und Unterlippenbart der Maske sind aus ornamentalen Flammen gebildet. Sie wird mit Lederbändern am Kopf des Tänzers befestigt.

In Tibet fungierte Mahakala als Beschützer der Wissenschaft und der Zelte.

Dolch jamadharDolch jamadhar2Dolch (jamadhar) mit Scheide

Nordindien, 18/19 Jh.

L. ca. 29,5 cm B ca. 4,5 cm

Geschenk von Wilhelm Reiberg, November 2007 an Werner Fischer, Museum in Goldschmiedehaus Ahlen

Dolche zählen zu den Stichwaffen. Der Griff in silberfarbenen Metall ist aufgesetzt und im Schaft befestigt. Die obere Platte ist mit einem Spitzoval ziseliert indem sich Bögen mit Strichen befinden. Die obere Hülse zeigt 2 Fische die sich von oben nach unten nähern. Hinter den Freiräumen befindet sich ein roter Stoff.

Das Griffteil ist mit Kordeldraht umwickelt, der auf einer ovalen Platte mündet.

Die Klingenverlängerung die im Schaft ihren Halt findet ist mit einer breiten ovalen Metallhülse abgedeckt.

Die Stahl-Klinge ist einseitig scharf angeschliffen. Beiseitig befindet sich die Blutrinne. Von der Spitze ausgehend ist Oberseitig mit fortlaufenden Dreiecken ein gebogenes Ornament eingeschlagen dessen Bedeutung noch erforscht werden sollte. Die Klinge zeigt noch Feilstriche.

Die silberfarbene Metallscheide ist allseits ziseliert und hat innen eine seitliche Holzunterfütterung. Die Vorderseite ist dekorreich mit den „8 Kostbarkeiten“ ziseliert. Beim Rad sehen wir Beschädigungen die wahrscheinlich von der Klingenspitze verursacht sind. Die Rückseite zeigt dekorative sind gemustert.

Auf der Rückseite befindet sich eine Halterung um den Dolch am Gürtel tragen zu können.

Dolch und Scheide zeigen Gebrauchspuren die darauf schließen lassen, dass der Dolch auch als Messer friedlich genutzt wurde.

In der Literatur werden diese Dolche auch Ehrendolche genannt die Würdenträger überreicht wurden.

Ehrendolche als Auszeichnungen sind auch in Europa bekannt.

Ritualdolch (phur-bu). Tibet, wörtlich. „Nagel Keil“; als Dolch zur Bezähmung von Dämonen durch Padmasambhava in das Ritualwesen des Tibetischen Buddhismus eingeführt.

Als Symbol für die unmittelbare Umwandlung negativer Kräfte steht er im Mittelpunkt eines Systems von Meditationsübungen, die von Yeshe Tsogyel überliefert wurden. Der eigentliche Phurbu setzt sich zusammen aus einer Dreikantklinge und einem nach demVorbild des Dorje modelierten Griff ( Aus dem Lexikon der östlichen Weisheitslehren 1986 by Scherz Verlag München, Wien

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Tasche verkleinert dargestellt.

Bezeichnung: Figur,
Material: Silber? oxidiert
Gewicht: 84 g
Herkunft: Ceylon?
Zeit: 20 Jh.
Maße: Höhe 6 cm
Zustand: neu
Erworben: Geschenk für Anni und Werner Fischer von Familie Dempf, Münster bei ihrem Museums- und Hausbesuch am 17. Mai 2007 in Ahlen.

Die plastische Figur zeigt eine sitzende Frau auf einem doppelt gestaltetem Lotossockel. Der rechte gewinkelte Fuß ruht auf einem Erker, mit Lotosblüten geschmückt. Um den Fuß, der die Zehen zeigt, ist ein Ring, ein Reifen gelegt. Eine Schur läuft vom Fuß über das Knie bis zum Gesäß und weiter in der Rückansicht über den linken Oberschenkel, über das Knie bis zum Fuß. Um den Schoß liegt ein Doppelgürtel, der einen Schurz hält. Zwei Schnüre betonen das Gesäß. Oberhalb des Gürtels in Höhe des Bauchnabels zeigen sich Motive, die noch der Erklärung bedürfen. Der rechte wie auch der linke Arm sind mit Schnüren umwickelt. Die rechte Hand liegt auf dem Knie. Über die innere Handfläche läuft ein Seil. Die linke Hand zeigt auch die innere Handfläche. Aus der Hand läuft ein Ast, der auf der Schulter ruht und in eine Blume endet. Der Busen wird durch einen Büstenhalter betont. Um den Hals schmiegt sich ein Collier, das sich zum Nacken verjüngt. Ohrringe betonen das ausdrucksstarke Gesicht.

Auf dem Kopf trägt die Dame ein Diadem, in dessen Mitte sich das dritte Auge? befindet.
Oberhalb des Diadems ruht auf dem Kopf eine Blumen-Tiara.
Die Skulptur ist sehr qualitätvoll modelliert.
Entzückend ist das Täschchen, das uns als Behältnis für die Figur überreicht wurde.
Hat die Farbe der beiden Schnüre etwas zu bedeuten?
Schwarz für zum Öffnen des Beutels
Rot für zum Schließen des Beutels
Horizontale Linien mit den Farben blau (Himmel) weiß (Wolken) rot (Feuer) grün (Wasser oder Holz) und gelb (Erde)
Diese Farben repräsentieren die fünf Elemente
Sie symbolisieren auch die Buddha-Familien, die fünf Richtungen, die fünf Weisheiten und die fünf geistigen Attribute.

Informationen: Buch Tibetische Gebetsfahnen ISBN 3 7205 2376 4 Dr. Künne

Sehr verbreitet ist die Gebetsschnur im Buddhismus.
In Sri Lanka, Tibet und China beträgt die Zahl der Perlen meist 108 (108 Leidenschaften und 108 Bände der tibetischen Schrift). In Japan gibt es Schnüre mit 112 Perlen.

 

Zur Zeit trägt die männliche Jugend im Orient und in anderen Ländern farbige Arm-Ketten-Schnüre, die jedoch keinen Bezug zu den religiösen Gebetsschnüren im Islam haben.

Sie können aber damit verwechselt werden.

 

Mala wird die buddhistische u.hinduistischen Gebetskette bezeichnet.

Sie besteht in der Regel aus 108 Perlen.
Gefertigt werden kann sie auch aus Nüssen, Palmholz oder Knochen als Symbol für die Vergänglichkeit des Seins.

Im Buddhismus stehen die 108 Perlen für die 108 Bände der gesammelten Lehren Buddhas.

Im Hinduismus stehen die 108 Perlen für 108 Namen oder Attribute der angebeteten Gottheit.

20160620 164001Doppel-Vajra

Symbolik des Vajra
Vajra bedeutet der „Harte“ oder der „Starke“

In der tibetischen Sprache wird Vajra mit „Dorje“ = Herr der Steine übersetzt, womit der härteste aller Steine gemeint ist, der Diamant.

Dem Diamant wird nachgesagt, daß er alle physischen Substanzen zu zerstören vermag, aber, dass es keine Substanz gib, die ihm Schaden zufügen kann.

So wird der Vajra oder Diamant zum Symbol für die unzerstörbare Leerheit, für das Wesen aller Dinge bzw. für die Buddha Natur.

 

 

 

20160620 163905

Glocke (dril.bu) und Etui
Bezeichnung: Ghanta mit Vajra-Griff.
Material: Bronze, Etui Leder
Herkunft: Tibet
Zeit: lt. Katalog 18. Jh.
Maße: Höhe 18,5 cm
Zustand: Gebrauchsspuren

Die Glocke.

Die Außenhaut der Glocke = Ghanta zeigt von unten beginnend 30 vertikal stehende Varjas darüber 16 Motive und wiederum darüber 8 Motive. Aus dem Glockenhals steigt der Griff mit dem Bildnis der Prajnaparamita, der Göttin der Transzendenten Weisheit. Das Gesicht der Prajnaparamita gilt als Symbol der Dharmakaja und der Leerheit. Sie trägt hier Ohrschmuck und eine achtblättrige Lotuskrone, auf der eine Mondscheibe liegt. Auf dieser Modscheibe erhebt sich als Abschluss der halbvarja, dessen acht äußere Stege in die Spitze verlaufen.

Es wird allgemein angenommen, dass die Glocken aus Asien kommen. Belegbar ist, dass die Glocken seit dem 6. Jh. eingebürgerte Instrumente des Abendlandes sind.

Man könnte die Glocke als akustische Signale für die Menschen bezeichnen. Glocken erwecken durch ihren Klang Aufmerksamkeit. Sie können zum Beispiel zu Gebetszeiten rufen. Der Einsatz von Glocken ist universal.

Hand

Buddha-Hand in der Mudra des Predigens seiner Lehre, Bronze, schwarz 18./19. Jh. Holzständer später ersetzt.
Mudras sind symbolische Gesten. Die Handstellungen und die Fingerhaltungen sind für den Betrachter stumme Mitteilungen.

Geschenk des Edelsteinhändlers Paul Ruppenthal an Werner Fischer bei einem Besuch mit seiner Frau Anni in Idar Oberstein.

hausaltar china

Buddha-Schrein, China, 19. Jh. aus Elfenbein geschnitzt, bemalt auf sechseckigem Holzsockel, ca. 20 cm hoch.

Altersschäden.

Es ist dem Menschen eigen, sich mit Kultgegenständen zu umgeben. Sie können einen religiösen Hintergrund haben. Dieser buddhistische Hausaltar impliziert die Transmission vom Unsichtbaren zum Sichtbaren. Er bildet eine geistige Brücke zum Betrachter, der mit seinem Vorstellungsvermögen der Sinnhaftigkeit einen Raum zur Meditation bietet.

Auf dem sechseckigen Elfenbeinboden steht ein Sockel mit floral gezeichneten Elfenbeinplatten belegt, auf dem die Tischplatte ruht.

Auf der Tischplatte steht ein aus Elfenbein geschnitzter Gitterzaun mit 4 viereckigen Eckpfeilern, die Kugeln zum Abschuss tragen. Der Zaun deutet das äußerliche Ende eines wichtigen Bereiches an.

Auf dem Tisch steht ein profanes Stück von einem Elefantenzahn, der ja bekanntlich innen hohl ist. Den Hohlraum nutzte der Schnitzer aus, um in feinster Manier diese runde Säule für den Lichteinfall mit orientalischen Rautenmustern zu versehen. Zwei Türchen geben beim Öffnen den Blick frei auf einen Altartisch, dessen Schauseite mit einem Swastikakreuz (Glücksbringer) bemalt ist. Dahinter auf einem Podest in fast unerreichbarer Höhe thront KUAGIN, eine Buddhistische Göttin.

Das Dach des Hausaltärchens bilden 4 runde stufenförmige Elfenbeinscheiben mit einem Tropfen als Abschluß zur Turmspitze.

Alles hat hier seine Bedeutung. Wer aber kann die Zeichen und Symbole gewissenhaft deuten?

Freuen wir uns, dass dieser Schrein noch so gut erhalten ist und uns noch manches Rätsel zu lösen aufgibt.

Die Volksfrömmigkeit in den einzelnen Religionsgemeinschaften braucht Bilder, Statuen, Zeichen, um auch im täglichen Leben zu bitten, zu beten, zu danken.
In der freien Natur sind das im Münsterland die Heiligenhäuschen, in den Häusern und Wohnungen in Bayern die Hergottswinkel. Was wir im Christentum kennen, finden wir ähnlich auch in anderen Welt-Religionen.

Das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen widmet sich schwerpunktmäßig seit seinem Bestehen vor 30 Jahren der Volksfrömmigkeit, weil sich das religiöse Brauchtum generationsübergreifend stark reduziert. Das kann letztlich bedeuten, dass das religiöse Leben mit seinen Zeichen und Ritualen in Vergessenheit gerät.

Die kleinen Geisterschreine werden nicht nur vor Wohnhäusern gebaut. Sie stehen fast vor jedem Gebäude egal, ob Krankenhaus, Hotel oder Kaufhaus. Sogar Schulen haben ihre Schreine. Dort sieht man oft Schüler, die sich durch Opfergaben bei den Geistern einschmeicheln wollen und für gute Noten beten.

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schaelchen kanne

Auf dem Schälchen das Symbol „Knoten des unendlichen Lebens“, ein Teil des Edlen achtfachen Pfades.

Kanne Gsol tib.

Es handelt sich nicht um eine Butterteekanne, da die Kanne und das Schälchen mit den acht Glücksymbolen und den acht Glück bringenden Substanzen geschmückt ist.
Ritualkanne, Kalasa oder tibetisch kalasha, in tantrischen Ritual für das geweihte Wasser mit Deckel
tibetisch kalasha, ca. 21 cm
Kupfer, Tülle und Griff in Weißmetall, aufgesetzte buddhistische Embleme.
Kanne und Schälchen stehen auf dem Altar.

Aufgesetzte Ausgußtülle, (muchu ba). Wenn man die Kanne auf den Kopf stellt, kann man auch durch die Punzierungen einen Elefantenrüssel erkennen. Der Kupferbauch ist mit 4 silberfarbenen Emblemen ( 4 von 8 Kostbarkeiten des Buddhismus darstellend) und 2 roten mit Gold folierten Glassteinen in Fassungen mit Perlrand geschmückt. Auch der Griff könnte eine Tierdarstellung sein (Fisch?). Am Griff ist eine Kette befestigt, die zum Deckel führt. Ein Mäanderfries befindet sich an der Kannen Eingußöffnung und auch am glockenförmigen Deckelrand.

Dieser ist mit einer Kappe geschmückt, auf der sich eine Flammenaureole befindet, die auch als Deckelgriff zu benutzen ist.
Zu dieser Kanne gehört ein halbkugelförmiges Schälchen mit Sockel. Auf dem Bauch sind weitere vier der 8 Kostbarkeiten wie auch bei der Kanne aufgesetzt. Als Abschluß dient ein Mäanderfries.
Diese Kanne und auch das Schälchen wurden Werner Fischer von Gärtnermeister Wilhelm Reiberg in seinem Hause Wersedamm 57 geschenkt.

Kannen aber auch Vasen werden in tibetischen Klöstern bei Weihezeremonien u.a.zum Segnen und bei Reinigungs Ritualen benutzt. Sie werden mit Safranwasser, dem Essenzen beigemischt werden, gefüllt.

Die Siegeskanne findet ihren Platz immer im Zentrum des Altartisches.

Sie gilt als Wohnsitz der Gottheiten, während die Handlungskanne immer auf dem Tisch des Vajra-Meisters steht.

Die Handlungskanne wird stets zu zwei Drittel mit Safranwasser mit Essenzen gefüllt und dient zur Reinigung und Segnungen.

Beide Kannen werden am Einguß mit einem Pfauenfederhalter geschmückt, der aus einem Bündel Kusa-Gras und einen Bündel Pfauenfedern besteht. Die Bündel werden in einer konischen Metallhülse gehalten.

Die Metallhülse nimmt Wasser auf, welches dann auf den Altar, die Opfergaben oder auf die Weiheteilnehmer gesprenkelt wird.

Literatur: "Tibet: Klöster öffnen ihre Schatzkammern", Seite 510

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Kniender Buddha auf doppeltem Lotossockel, in der rechten Reisschale, Bronze, Ostasien, H. 44cm

MesserZwei Messer , Elfenbeinhefte

Bezeichnung: Besteck

Material : Elfenbeinhefte

Gewicht : Totalgewicht 58 g und 62 g

Durchmesser:

Art : geschnitzt und bedruckt

Herkunft : Asien

Zeit : 20. Jh.

Zustand : guter Zustand, Messerhefte gesplissen

Erworben : In Ceylon Anfang 1969 gekauft

Diese Messer werden als alternative zu Stäbchen genutzt.

Das Messerhefte aus Elfenbein haben als Abschluß friesartige Schnitzereien. Sie sind bedruckt mit einem Löwen, der mit aufgerichtetem Schwanz auf einem Lotossockel sitzt. Der Messergriff endet in einer knospenförmigen „Juwelenspitze“ (buddhistisch).

Die Metallteile sind einseitig graviert und ziseliert.

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Pilgerflasche, Gesamthöhe ca. 44,5 cm

Nordindien, um 1900, buddhistisch,bemaltes Leder, Verschluß Holz geschnitzt.

Der Flaschenkorpus ist beidseitig mit dem 8-speichigen Rad bemalt.

Der Sinn des Oberteils muß noch erforscht werden.

Raeuchergefaess

Räuchergefäß, Deckel und Kessel auf drei Chimärenkopffüßen, Reliefdekor mit Buddha-Inkarnationen und Swastika, Gelbguss.

Chimären sind Fantasietiere, Mischwesen mit doppelten Kräften, die real nicht existent, jedoch bei einigen Gemeinschaften bedeutungsvoll sind.

Swastika ist eine Kreuzdarstellung in vielen Formen und Varianten aber immer mit vier gleichlangen Haken, die nach links oder auch rechts zeigen können. Die ältesten solcher Symbole wurden etwa 10.000 v. Chr. gefunden. Diese Zeichen haben verschiedene Bedeutungen. Das Swastikakreuz gilt als Glückszeichen im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus.
Auf dem Deckel thront Buddha   

20160610 094947Ring mit offener Ringweite zum Aufstecken

Bezeichnung: Ring

Material : Silber ?

Edelsteine : keine

Gewicht : Totalgewicht 11 g

Art :

Herkunft : Asien, Ceylon

Zeit : vor dem 20. Jh.?

Zustand : getragen,

Erworben : In Kandy Anfang der 70-er Jahre des 20. Jh. gekauft.

Der Ring hat eine eigenwillige Form. Er ist durch einfaches Biegen auf die

gewünschte Ringweite zu bringen. Die Vorderansicht, eine viergeteilte Raute in deren Zentrum eine Sechserrosette. Vier weitere Rosetten finden sich an beiden Seitenpfeilern. Als Bekrönung dient eine knospenförmige „Juwelenspitze“.

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20160610 094913Ring mit Rubinen

Bezeichnung: Ring

Material : Silber ?

Edelsteine : Rubine

Gewicht : Totalgewicht 9 g

Art :

Herkunft : Asien, Ceylon

Zeit : 20. Jh.?

Zustand : getragen,

Erworben : In Kandy Anfang der 70-er Jahre des 20. Jh. gekauft.

 

Der Ring zeigt in der Vorderansicht, in der Draufsicht, einen Baum oder eine Blüte. Betont wird die florale Form durch facettierte Rubine, die mit Krallen gefaßt sind.

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Hackmesser

Ritualmesser – Zeremonialmesser- Hackmesser, kartrika; tib. gri gug, aus Bronze und Eisen

Tibet oder Tibeter in Indien, 19./20. Jh., Bronzehalterung

mit halbkreisförmiger Eisenklinge (die leider später angeschliffen wurde um das Messer real bei der Essenszubereitung einzusetzen),

mit halber vierspeichiger Vajra u. reliefierten Dämonen.

Wird im tantrischen Kult ausschließlich symbolisch verwendet.

Hierbei handelt es sich um eine halbkreisförmige Klinge mit einem Griff in der Mitte der inneren Klinge, die dazu dienen soll, „das Unwissen zu zerstückeln". Die Zeichen auf der Eisenklinge sowie die Darstellung auf dem Bronzegriff müssen noch erforscht werden.

Das krumme, links in einen Haken mündende Ritualmesser mit Vajra-Griff leitet sich vom Messer der Abdecker ab, wird aber im tantrischen Kult ausschließlich symbolisch verwendet, weshalb es auch nicht richtig geschärft wird. Die ca. 1,5 mm dicke Eisenklinge kommt aus einer Figur, die noch gedeutet werden muß. Am Ende erhebt sich der Griff aus einer fünfspsitzigen Vajra.

Das Hackmesser ist in Kombination mit der Schädelschale ein häufiges Attribut der Dakinis sowie des Schützers der Lehre Mahakala. Mit dem Hackmesser können falsche Emotionen sowie die Wurzel der Unwissenheit durchtrennt und das Haften an der falschen Trennung von Subjekt und Objekt abgeschnitten werden. Dharmapalas (Schützer der Lehre) durchtrennen mit dem Hackmesser symbolisch die Lebensadern der Feinde des Buddhismus. (Tibet in Marburg, Seite 200)

Dakinis sind schwierig zu beschreiben. Sie sind eine Art weiblicher Dämonen Kategorie. Die Dämonin Dakini ist eine weibliche Erscheinung. Sie können verschiedene Erscheinungen annehmen und kommen in vielen Farben mit verschiedenen Tierköpfen vor. Eine von Ihnen mit menschlichen Zügen und Eigenschaften, unbekleidet in roter Gestalt die auch gehen und fliegen kann zornig oder auch friedlich

Wissenschaftler nehmen an, das die Erscheinung der Dakinis in den alten schamanistischen Glauben verankert waren noch vor dem Buddhismus im Gebiet der Tibeter.

Schädelschale, Fuß und Deckel, Tibet

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Nach langer Zeit des Suchens konnte das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen eine Hirnschale, eine Kapala, erwerben.

Auf einem dreieckigen, ornamental ziselierten Metall-Fuß, der innen geöffnet ist, ruht auf drei Halbkugeln ein ziseliertes, dreieckiges, silber- und kupferfarbenes hochgestelltes Unterteil, das in gleicher Art und Größe von einem nach außen stehenden Oberteil aufgenommen wird.

Das dreieckige Oberteil hat an seinen drei Ecken maskenhaft gestaltete Totenköpfe, die auf Makala verweisen.

Die Flächen zwischen den Köpfen sind mit kupfer- und silberfarbenen Ziselierungen ausgestattet. Sie dienen als Stütze für die Aufnahme der Hirnschale.

Menschliche Schädelschale - Hirnschale mit sichtbaren Schädelnähten, mit

Kranznaht (Sutura coronalis) Pfeilnaht (Sutura sagittalis)

Außenmaße ca. 175 x 13,2 x 66 mm

Die äußere metallene Einfassung der Schädelschale ist gestaltet durch einen Galerierand von 48 stilisierten, gleichmäßigen, plastischen Totenköpfen.

Wendet man die Hirnschale, sieht der Betrachter in eine handgeschlagene bauchige Metallschale mit flachem Rand, unter dem sich die vorher genannten Totenkopfmasken in der richtiger Position befinden.

Der breitrandige abnehmbare Deckel ruht auf seiner Unterseite auf der Metallschale, in der die Hirnschale liegt. Der abgenommene Deckel steht auf vier senkrecht angelöteten Stutzen, die beim Schließen in die Schale hineinragen.

Von einem aufgelegten Halbrunddraht ausgehend, der auf einem flachen dekorativen Rand liegt, zeigt sich ein meisterhaft ziselierter, gravierter, gewölbter Buckel.
Neben kupferfarbenen Pflanzen und Fantasie-Elementen sind in silberfarbenem Metall die acht Kostbarkeiten der buddhistischen Lehre dargestellt, die zum Zentrum angeordnet sind.

Der Beginn des Zentrums zeigt sich in einem vierteiligen Blattornament, das in einen vierteiligen Kreis mündet, in dem sich jeweils drei runde, kleine flache Erhebungen befinden.
Aus der Mitte kommt in Kelchform eine geschlossene Schale, die wiederum mit einem fünfspeichigen Vajra-Knauf als Griff bekrönt ist.

Die Schädelschale ist einer der wichtigsten tantrischen Kultgegenstände. Sie gilt als innere Almosenschale. Sie soll auch, wie berichtet wird, den Tantrikern nicht nur als Bettelschale gedient haben, sondern sie aßen und tranken auch aus der Schädelschale.

Im klösterlichen Buddhismus Tibets wird die Schädelschale hauptsächlich als Altar-, Weihe- und Opfergegenstand verwendet.

Kostbar eingefasste Schädelschalen stehen auf den Altären tibetischer Klöster als Verehrungsobjekte. Sie gelten als Quelle magischer Kraft und dienen als Weihe und Opfergegenstand sowohl im Hinduismus wie auch im Buddhismus.

Kapala Hinduismus Amrita

Amrita = Unsterblichkeit, ist in den ältesten hinduistischen Texten ein Lebensbedürfnis

In der hinduistischen Mythologie ist Amrita der Name eines Elixiers, das außerordentliche Kraft und die Fortdauer des Lebens bzw. die Sicherheit vor Todesgefahr bringt.
Es wird mit dem - Soma Trank aus dem Ringveda (Viertes Buch der Veden ca. 1750 - 1200 vor Chr.) identifiziert. Der berauschende Saft einer Kletterpflanze der den Göttern dargebracht wird und den die Brahmanenpriester trinken.

Bereitet wird er indem die Schösslinge der Soma-Planze (Amshu) von einem Priester zwischen Steinen gepresst werden. Der so gewonnene Saft wird mit Gerstensaft und Milch vermischt. Er soll die Kraft besitzen eine vorübergehende Ekstase zu spüren. Diese Information ist lückenhaft, weil interne große Geheimnisse nicht bekannt gemacht werden.

Buddhismus Tempeltuer

Tempeltür, 19. Jh., aus Asien (Thailand?) mit 2 Flügeln in Holz 179x78 cm
Reliefschnitzerei mit der Darstellung des in das Nirwana eingehenden Buddhas.

Auf der rechten Körperseite Seite auf einem mit Lotosblättern umrandeten Diwan liegend gibt Buddha seinen 9 Jüngern Anweisungen.
Im Hintergrund 4 Tempeltänzerinnen in Gebetshaltung.
Darüber 2 Pfauen mit aufgeschlagenem Rad und 2 weiteren Vögeln.
Weitere Tiere sowie Ranken und Blumen befinden sich im unteren Teil der Türblätter.
Die Schrift in weißen Buchstaben im sechseckigen Schild muß noch übersetzt werden.

Umrandet werden die Szenen von ca. 188 in Holz geschnitzten, durchbohrten Kugeln.

Die Legende berichtet:
Buddha stirbt mit 80 Jahren an den Folgen
einer unbekömmlichen Mahlzeit im indischen Kusinara. Er kommt in das Nirwana.
In der übernächsten Nacht geht Buddha in tiefer Gelassenheit ins Parinirvana ein.

Das Nirwana ist für Buddhisten das Ziel ihres Lebens. Es ist die Befreiung von allem Leid und von der ewigen Wiedergeburt, ein Zustand der Vollkommenheit.

Herr Jitraphan Hajjavanija sagt zu der weißen Schrift auf der Tempeltür von Ahlen folgendes:

Dort steht: Pang pa ri nip pan auf Thai
In Sanskrit wurde (pang) parinirvana
Bedeutet parinirvana gesture.

Also die Geste, die auf die Erlösung und das Erlangen der Buddhaschaft nach dem physischen Tod verweist.

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In vielen Religionsgemeinschaften gibt es Orte, Stätten und Begegnungszentren, die von besonderer Bedeutung sind und viel besucht werden. So auch im Buddhismus.

Wallfahrtsorte, Pilgerstätten.

Neben Proviant, Kleidung und anderen wichtigen Dingen kann der Pilger auch einen Reisealtar mitnehmen, der auch als Reisetisch Verwendung finden kann.

Lt. Expertenmeinung stammt der abgebildete aus Tibet kommende Reisealtar aus dem 19. Jahrhundert. Er hat die Maße ca. 36 x 66 x 27 cm und war einstmals zusammenklappbar. Heute steht er im Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus.

Der Reise-Mönchstisch ist aus Holz geschnitzt und farbig bemalt. Im Zentrum eine Maske, die Mahakala darstellt, eine zornige Gottheit (siehe auch Dharmapala - Maske) Sie ist umrahmt von floralen Motiven. Im vorderen Oberteil befindet sich ein in Holz geschnitztes Zeichen, das noch der Erklärung bedarf.
Der Tragaltar befindet sich seit 2007 im Museum.

Drachentrompete

Drachen sollen Naturgewalten regulieren oder einschränken.
Die Tempeltrompete dient dem Bläser, Signale hervorzurufen.
Ziselierter Drachenkopf mit 2 Korallen und 2 grünen Steinen.

Im übertragenen Sinn kann man sagen, dass Drachen immer Kräfte haben, die in der Lage sind, starke Energieflüsse zu bändigen oder zu kontrollieren.
Meist ist ein Drache auf ein bestimmtes Element spezialisiert oder eingeschränkt, im Gegensatz zum Magier. Deswegen sind Drachen zwar in ihrem Element kaum zu schlagen, aber durch andere Elemente verletzlich. Ob sie "böse" oder "gut" sind, ist nicht festgelegt. Es gibt überall auf der Welt solche und solche, aber in China gelten sie eher als Glücksbringer.

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Buddhistische Gebetstrommel / Gebetsmühle

In einem schwarz gestrichenen Holzgestell, etwa 150 mm hoch und 140 mm breit mit einer Unter- und Oberplatte durch ein Säulenpaar verbunden ist zwischen zwei Eisenstiften eine Hülse so angebracht, dass im Verbeigehen ein Anstoß genügt, um den Trommelkörper aus Messing und Kupfer in Bewegung zu setzen.
Die Trommel Ø ca. 65 mm und 85 mm hoch aus Kupfer hat zwei Abdeckungen und ist rundum
im oberen und unteren Ring mit zwei Messingschriftbändern belegt, deren Anfang und Ende von je zwei roten Korallen und türkisfarbenen Steinen makiert werden.
Im mittleren Ring sind die acht glückbringenden Zeichen als Halbrelief in Messing dargestellt.
Ein Geschenk zum 30jähtigen Jubiläum des Interreligiösen Museums am 8.11.2014.
Erworben in Nepal von Mechthild u. Dieter Massin.

Glocke mit vierfachem Klöppel

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Glocken sind ein Kulturgut. Sie begleiten uns Menschen in unserem Leben. Sie geben uns Signale. Ihr Geläut kann eine Erinnerung bedeuten. Sie geben denen Signale, die sie deuten und verstehen können.

Im Buddhismus begegnen uns viele Arten von Glocken. Glocken, die rituelle Handlungen ankündigen und begleiten, Glocken in beachtlichen Größen ohne inneren Klöppel. Sie werden von Personen, die waagerecht einen Holzklöppel tragen, mit einer Pendelbewegung angestoßen.

Der Neuzugang eines Exponates, einer Glocke für die ständige Ausstellung des Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen spricht durch ihre Bildsprache zum Betrachter und offenbart sich als ein Ritual-Gegenstand der Buddhistischen Religion.

Sie besteht aus zwei Bronzegüssen, einer Glockenhaube, darunter ein runder Mantel, der in acht Bögen ausläuft. Auf dem Mantel zeigt sich dem Betrachter als Halbrelief dreimal Buddha, auf einer Lotosblume sitzend, mit Nimbus jeweils mit einer anderen symbolischen Handbotschaft. (Mudra = Handgeste) 
Zwischen den Buddhadarstellungen sind drei Textblöcke eingeprägt, die noch der Übersetzung bedürfen. Die Haube ist geschmückt mit Fantasie-Tieren. Definition und Bedeutung werden noch erforscht. Ein einfacher angegossener Ösenblock nimmt einen aus Bronze gegossenen beweglichen Haken auf. 
Diese Glocke hat einen mit einfachem Draht befestigten Klöppel in Kreuzform, deren vier Balken mit einer Kugel abschließen, die der Glocke beim Anschlagen einen Doppelklang verleihen.

Die Glocke hat eine Gesamthöhe ohne Haken von ca. 18 cm und ein Gewicht v. ca. 870 gr. Ø ca. 10/14 cm.

Knochen Schnitzerei

Knochentrompete, Tibet, 20. Jh. aus einem reich beschnitzten Oberschenkelknochen mit gewickelten Lederendstücken. Länge ca. 37 cm.

Die künstlerisch ausdrucksvollen Schnitzereien zeigen die acht Kostbarkeiten (Sanskrit: Ashtamangala) Symbole, die von der Verehrung des Weltenherrschers und in übertragenem Sinn auch des Buddha zeugen.

Es gibt verschiedene Leichenbestattungsarten

Eine Bestattungsart in Tibet ist die Himmelsbestattung. In der steinigen, felsigen Landschaft, wo keine Erdbestattung möglich ist, wird der Leichnam in der freien Landschaft niedergelegt und den Vögeln überlassen.

Dr. Samnang Sam teilte bei seinem Besuch am 16.01.2016 im Interreligiösen Museum in Ahlen mit: Der Knochentrompete werden Töne entlockt, die den großen Vögeln signalisieren, dass sich eine Leiche im freien Gelände befindet.

Meeresschnecken Trompete Pututu

Das Schneckenhorn - auch Muschelhorn genannt - ist aus einer im indischen Ozean lebenden Birnschnecke der (Turbinella rapa,) angefertigt und wird als Blasinstrument benutzt. Oft erfährt die Schneckenschale eine Veredlung durch Gravuren oder Metallfassungen.

Bei Ritualen werden die Muscheln oft paarweise gespielt, wie auch bei den Hörnern, sodass der Ton beim Atmen des Blasenden nicht ausfällt. Es wird als Instrument bei Ritualen, zum Beispiel zur Vertreibung von bösen Geistern eingesetzt. Das Schneckenhorn zählt zu den acht Glücksymbolen im tibetischen Buddhismus. Sie wird auch Meeresschnecken-Trompete oder auch Pututu genannt

Das Objekt ist ca. 22 cm lang. Materialprüfung: Silber

Außenansicht - von der großen Öffnung beginnend. Ein Silberdraht windet sich spiralförmig bergab bis zu einer runden Öse.
In den sich vergrößernden Abstandsflächen sind zunächst Blattranken zu sehen, die zu einer Blüte führen. In zwei tropfenförmigen Fassungen sind Türkise gefaßt. Dazwischen eine runde Fassung, in der der Stein fehlt. Zwischen den nächsten 3 Fassungen, welche ausgefaßt sind mit zwei Türkisen und einer Koralle, ist ein Vogel (Adler?) mit ausgebreiteten Flügeln im Blattwerk zu sehen. Diese Bildgeschichte endet mit einem vierbeinigen Tier.

Sodann zeigt sich ein Teil der elfenbeinfarbenen Muschel, die in einem ornamentalen Fries befestigt ist.

Von links nach rechts unten beginnend sind wiederum zwei tropfenförmig geschliffene Türkise gefaßt und in der Mitte eine runde Koralle. Dieser prächtig gestaltete Silberfries läßt neben Blättern und Ranken auch ein ruhendes Tier sowie eine Schlange erkennen, wobei die Oberkante in drei größer werdenden Meereswellen ausläuft. Am Ende des trichterförmig auslaufenden Frieses befinden sich 2 Ösen.

Das Objekt zeigt wegen seiner häufigen Benutzung dementsprechende Spuren.

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Trommel, Schamanentrommel Tibet/Nepal,

ca. 50 bis 60 Jahre alt.

Stieltrommel (chos-rnga) mit hölzernem, geschnitztem Handgriff u. gebogenem Schlagstock. Beidseitige Ziegenlederbespannung, Tibet 20. Jh.

Sie wird während der Rezitation von einem Mönch in konstantem Rhythmus geschlagen, um eine Gottheit herbeizurufen und um ihre Aufmerksamkeit zu erhalten

Tibet in Marburg, Ausstellung 2007/2008,

Katalog von Adelheid Herrmann-Pfandt

Seite 221 Nr. 135 und Seite 222 Nr. 136

Solche Handtrommeln werden beim Tscham-Tanz von Hemis von einigen Darstellern getragen und gespielt, während sie selbst Tänze aufführen oder feierlich durch die Gegend schreiten. Geschlagen werden diese Trommeln mit gebogenen Stöcken. Der Trommelstock ist in S-Form gestaltet. Stieltrommeln dieser Art werden auch nach Deutschland importiert und finden in Deutschland in tibetisch-buddhistischen Zentren bei der Ausübung von Ritualen deutscher Buddhisten und Buddhistinnen Verwendung.

Literatur: Tibet, Kunst des Buddhismus, Ausstellung Haus der Kunst, München 1977, Katalog Seite 258 Nr. 320, 321Die Jhangri (tibetische Schamanentrommel) gibt bei Prozessionen der buddistischen Mönche und bei allen Feierlichkeiten in Tibet den Puls. Gespielt wird Sie über den Köpfen der Menschen mit einem gebogenen Stock. Mit Ihrem geschnitzten Griff und der rustikalen Bespannung lässt sie jedoch keinen Zweifel an Ihrer Herkunft als Ritualtrommel.

Buddhismus Trompete

Kombu - Trompete, in Sanskrit = shringa, Prozessionstrompeten aus Metall werden bei Prozessionen und in der rituellen Tempelmusik bespielt vom Südrand des Himalaya bis Sri Lanka.

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