Gebetbuch,  zwei in Einem

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Deutsche Gebete zum Gebrauch bei der häuslichen und öffentlichen Andacht in deutscher Sprache, und rückwärts beginnend in deutscher und hebräischer Sprache

"Siddur Sephath Emeth" Gebetbuch der Israeliten rückwärts beginnend in deutscher und hebräischer Sprache
Autor, Rabbiner Dr. Selig Bamberger
Druck und Verlag von M. Lehrberger & Co. Frankfurt a.M. (Rödelheim) 1922
Material, Papier, Pappdeckel, Messing, Goldschnitt
Maße    ca. 19 x 13 x 3,3 cm
Motiv    Umschlagdeckel: Gesetzestafeln mit je 5 Geboten, aufgehende Sonne, Kidduschbecher? Buch ? mit 12 Fächern, Posaune, Zitter?, Schofarhorn, Etrog oder
Bessamimbüchse - alles goldfarben in schwarzem ornamentalem Feld.

Bemerkungen: auf Seite 122 sind im Gebetbuch
Deutsche Gebete zum Gebrauch bei der häuslichen u. öffentlichen Andacht "Siddur Sephath Emeth", Gebetbuch der Israeliten, sind die Worte
"deutsches Vaterland" durchgestrichen.

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Gebetsriemen – Teffelin/T'FILLIN (übersetzt Phylakterien)


Bestehen aus zwei Lederriemen von koscheren Tieren und zwei kleinen schwarzen, meist würfelförmigen Hülsen (hebräisch: r'zuot), die auch aus Silber sein können, die kleine handgeschriebene Pergamentrollen enthalten, auf denen vier Abschnitte der Tora stehen: Exodus 13:1-10 („Heilige mir jeden Erstgeborenen...“); Exodus 13:11-16 („Wenn der Ewige dich zu dem Lande bringen wird...“); Deuteronomium 6:4-9)“ Höre Israel, der Ewige unser Gott, ist der Ewige, der einzig Eine!...“) und Deuteronomium 11:13-21 („Und so wird es denn sein, wenn ihr hören, immer ernster hören werdet...“). Diese vier Abschnitte aus der Tora enthalten alle das Gebot, T'fillin als ein Zeichen, ein Symbol jüdischen Glaubens und jüdischer Ergebenheit anzulegen. Deshalb bindet der Beter beim Morgengebet an Werktagen, nicht am Sabbat und an Festtagen, einen Lederriemen siebenmal um den Arm und die linke Hand und knotet den anderen Riemen um den Kopf, um so die Worte Gottes an sein Herz zu binden und vor Augen zu haben. Als Zeichen der Gegenwart Gottes umgeben die Tefillin das Gehirn, den Sitz des Denkens, weisen den Augen, dem Sitz unserer Sehkraft, die Richtung, liegen neben dem Herzen, dem Sitz der Gefühle und binden die Hand, das Werkzeug des Tuns. Da die Erfüllung der Mitzwa von T'fillin an eine bestimmte Zeit gebunden ist, sind Frauen dieser Pflicht enthoben. Da ein unmündiger Junge (unter 13 Jahren) keine T'fillin anlegt, bis er mündig wird, ist das T'fillin-Legen das sichtbarste religiöse Ritual, das „die Männer von den Jungen unterscheidet.“

Literatur: Jüdisches Leben, Chajim Halevy Donin
Der Jüdische Gottesdienst v. Leo Trepp

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Gebetsriementasche

   
Zur Aufbewahrung der Gebetsriemen oder des Tallit
Dunkelblauer Stoff mit Reißverschluß, aufgestickter goldfarbener Davidstern und hebräische Schriftzeichen, die noch der Übersetzung bedürfen. Maße 31 x 25 cm.

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Mittwoch der 13. März 2002, 19 Uhr
Benennung des Siegmund-Spiegel-Platzes in Ahlen

Es sprechen:

  • Bürgermeister Benedikt Ruhmöller

  • Landesrabbiner Dr. Henry Brandt

  • Dr. Hans-W. Gummersbach (Autor des Buches "Der Weg nach Auschwitz begann auch in Ahlen")

  • Werner Fischer (Leiter des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen)


Musikalisches Rahmenprogramm:

  • „Quartetto Michaelis“ Das Streichquartett am Gymnasium St. Michael
    Einstudierung: Birgit Boch

Der Leiter des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen und Initiator der Platzbenennung, Werner Fischer, hat zum Gedenken an Siegmund Spiegel eine Bronzetafel angefertigt, die zu Beginn der Veranstaltung enthüllt werden soll. Hauptredner ist anschließend Landesrabbiner Dr. Henry Brandt aus Dortmund, der sich erstmals in Ahlen aufhalten wird. Dr. Brandt ist gleichzeitig auch der Vorsitzende des Koordinierungsbüros der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Gedenktafel Siegmund Spiegel

Es gab keine Anklage
es gab keinen Prozeß
es gab kein Urteil

In der Justiz gibt es den Begriff der Verjährung.

Die Moral kennt keine Verjährung.

Siegmund Spiegel war kein bedeutender Mann der Geschichte aber das Forum der Brüderlichkeit möchte, daß er ein bedeutender Mann der Ahlener Geschichte wird.

Es ist der erste jüdische Mitbürger in dieser Stadt, der in der nationalsozialistischen Zeit - erschlagen - ermordet wurde.

Spiegel wurde in der Reichskristallnacht, eine Wortschöpfung, die mich traurig stimmt, halbnackt aus seinem Haus in die Straße "Im Kühl" getrieben in Richtung Werse, um dort ertränkt zu werden. Er bat um Gnade aber die Schläger schlugen weiter zu und wollten Siegmund Spiegel bis zur brennenden Synagoge in der Klosterstraße über die Wilhelmstraße jagen. Es war sein letzter Weg. Es war seine letzte Straße. Auf der Wilhelmstraße brach der Gejagte und Geschundene zusammen, nur noch mit einer Leibbinde bekleidet.

Wir haben in Ahlen ein Mahnmal, ein Mahndenkmal, das die Namen aller deportierten Juden nennt. Im Schatten der Steele steht: daß der damalige Rat der Stadt Ahlen im November 1939 der Reichsregierung mitgeteilt hat, daß Ahlen Juden frei sei. Und weiter lesen wir, daß ein Mensch in der Nacht vom 9. auf den 10. November erschlagen wurde. Seinen Namen "Siegmund Spiegel" finden wir nicht auf der Steele, aber wir alle werden mit unserem Namen gerufen.