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Maler des frühen 19. Jh. Die Geheimnisse des Rosenkranzes. Mittig Golgatha, umgeben von 18 Illustrationen. Öl/Ktn. 89 x 63 cm. R

Der Freudenreiche Rosenkranz

1. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
2. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

3. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

4. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

5. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, im Tempel wieder gefunden hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

Der schmerzhafte Rosenkranz

1. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns Blut geschwitzt hat. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

2. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns gegeißelt worden ist. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

3. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns mit Dornen gekrönt worden ist. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

4. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns das schwere Kreuz getragen hat. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

5. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns gekreuzigt worden ist. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen

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Die Erste Heilige Kommunion

Der erste Empfang der Eucharistie, der konsekrierten Hostie,
auch Erstkommunion oder die Erste Heilige Kommunion genannt.

Notwendigerweise erfolgt eine Vorbereitung. Sie beginnt mit dem
Beichtunterricht. Nach dem Beichtunterricht erfolgt die erste Beichte.
Eine weitere Vorbereitungsphase schließt sich an - der "Kommunionunterricht".

Beichte und Kommunion gehören mit zu den 7 Sakramenten:
Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Ehe, Priesterweihe, Krankensalbung.(früher bekannt unter letzte Ölung)

Die Vorbereitungszeiten zum Empfang der Sakramente sind sehr unterschiedlich in den Gemeinden wie auch der Personenkreis, der die Vorbereitung durchführt.

Der Empfang der Ersten Heiligen Kommunion wurde früher durch eine Urkunde bestätigt, die gleichzeitig als Andenken eingerahmt im Schlafzimmer ihren Platz fand. Zwei Beispiele dieser Farbabbildungen werden im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen gezeigt.

Jovita Suermann, geboren 1887, empfing mit 13 Jahren die Erstkommunion.

   

Kaspar Fischer, geb. 1893, empfing mit 12 Jahren die Erstkommunion.

Am 10. August 1910 bestimmte Papst Pius X., dass Kinder ab dem siebenten Lebensjahr zur Erstkommunion zugelassen werden können.

Im katholischen Westfalen, in Hopsten sagte man, wenn man zur Erskommunion zugelassen wurde: he oder se is annuomen wuorden.

Es gab für die Erstkommunikanten eine besondere Kleidung, den Kommunionanzug (den Kieler oder den Bleyle) 1938 war es in Hopsten nicht erlaubt, weder schwarze noch weiße Kniestrümpfe zu tragen.

Kommunionkind Werner Fischer 16. April 1939, St. Georg Hopsten

Die Mädchen trugen dunkelblaue und später weiße Kommunionkleider, dazu ein weißes Kränzchen.

Kommunionbildchen

Diese Bildchen wurden dem Kommunionkind geschenkt. Auf der Rückseite schrieb man z.B. "Von Paula Remmers an Maria Albers".

 

 

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Kreuz 442 - 09

Kreuz-Anhänger mit Corpus, Silber und Gold, ca. 46 x 30 x 4,5 mm

Ein runder Golddraht ca. 0,9 mm stark in Kreuzform verbunden dient auf der Rückseite als Träger für das aufgelegte Goldkreuz, auf dem wiederum der Kreuz-Christus-Corpus auf der Rückseite befestigt ist.

Augenfällig ist das Silberkreuz in feiner Filigran-Technik. Die Anhängeröse oder Schlaufe ist nicht mehr vorhanden.

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Kreuz 442 - 11

Kreuz Anhänger, Bronze-Guss, vergoldet, ca. 48 x 27 x 1,7 mm beidseitig gleich, mit runder eingehängter Öse.

Die Kreuzform könnte dem Tatzenkreuz entnommen sein?

Diese Kreuzform war auch in Westfalen bekannt.

Zusätzlich sind die vier offenen Seiten ornamental geschmückt, die mehrere Bedeutungen zulässt. Bögen darin 4 Herzen?

Starke Abnutzungserscheinungen (Vergoldung)

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Kreuz, Anhänger, goldfarben, ca. 37 x 28 x 3 mm, beidseitig gleich, mit runder eingehängter Öse.

Die Kreuzform könnten dem Tatzenkreuz entnommen sein?

Diese Kreuzform war auch in Westfalen bekannt. Das Kreuz ist hohl, zwischen den beiden Außenkreuzen befindet sich ein weiteres Kreuz mit Ornamenten (Strahlen)

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Kreuz 442 - 10

Kreuz-Anhänger, Eisen, ca. 49 x 36 mm, schwarz lackiert, mit Stahl-Sprengringöse, eine Eisen-Vierkantsäule ca. 6 auf 6 mm und 49 mm hoch ist im oberen Drittel durchbohrt und nimmt einen Rundstab auf von ca, 3,2 mm Ø. Das Kreuz ist ein Geschenk von Herrn Hasselmann, ein Mitbringsel aus Amerika.

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Kreuz-Anhänger im Museum, Beschriftungen 2013 9 8

Kreuz 442 - 05

Konfirmationskreuz, Gold, hohl, ca. 47 x 27 x 1,8 mm mit profilierter beweglicher Öse. Auf der Vorderseite des Querbalken GOTT MIT DIR und auf dem Längsbalken Strahlen  

graviert. Leider ist das Kreuz angebrochen.

Das Kreuz ist ein Geschenk von der Ehefrau des Baumeisters Caspar Feldhaus, deren Tochter Schwester im Kloster ist.

Dies ist ein Konfirmationskreuz.

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Kreuz 442 - 19 a

Doppel-Kreuz-Anhänger, ca. 58 x 40 x 1,4 mm. Gold 18 Karat = 750/ooo mit angelöteter Endöse, die mit D.P. graviert ist. Das Doppelkreuz hat an den Kreuzbalkenenden vier halbkugeligen Auflagen. Die Vorderseite ist unter der Endöse punziert mit 18 und einer noch nicht identifizierten Meistermarke. In einem ovalen punktierten Rahmen liest der Betrachter INRI, darunter ein geprägter Christuskorpus mit ausgebreiteten Armen und auf der Rückseite die Buchstaben MAR und darunter geprägt die Muttergottes auf der Mondsichel.

 kreuz 1 7

Kreuz 442 - 08

Kreuz aus Elfenbein, ca. 63 x 38 mm und ca. 7 mm stark. Im Kreuzzentrum befindet sich ein Würfel, an den sich die runden Kreuzbalken anschließen. Die Endöse fehlt. Das Elfenbeinkreuz ist ein Geschenk von Frau Elisabeth Wilmes, geb. Westkaemper
 *31.10.1910 †25.1.1999

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Kreuz 442 - 15

Kreuz, Anhänger, Gold, Kreisrand Ø 27 mm und ca. 2.2 mm stark, beidseitig gleich, mit angelöteter Öse und eingehängter ovaler Öse, die mit 585 punziert ist. Das innere Kreuz mit Hammerschlag stößt mit seinen Spitzen an den Innenkreis. In den unteren Hälften befindet sich eine Gravur: ICH DIEN

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Kreuz 442 - 16

Kreuz-Anhänger, goldfarben mit Silberdraht, Mosaik und Emaileinlagen
ca. 49 x 36 x 4,8 mm.

Auf der Silberrückseite liegt eine Fassung, deren Außenwandung mit aneinandergereihten Punkten geschmückt ist. Auf der Fassung liegt aus gedrehtem Silberdraht eine Kreuzform. Die Zwischenräume sind mit kleine Mosaiksteinchen ausgelegt und mit Emails dekorativ gestaltet. Endöse fehlt

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Kreuz 442 - 06 mit Kette

Kreuz-Anhänger, Gold, hohl, ca. 75 x 42 x 2,9 mm, in der kleinen angelöteten Öse unleserlich punziert. Die Kreuzbalken sind am Ende dreieckig eingeschnitten. Auf dem schlichten Goldkreuz liegt ein weiteres, kleineres Kreuz aus vier hohlen Dreiecksbalken mit seitlichen Kügelchen, mittig ein diagonal gekordeltes Kreuzband. Eine Dreiecksschlaufe ist beweglich angebracht. Auf der Rückseite ist die Befestigung des Motivkreuzes zu sehen.

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Kreuz 442 - 13

Kreuzanhänger, Gold, hohl, ca. 60 x 35 x 3,5 mm. Beidseitig unterschiedliche Gravuren und schwarze Farbreste (Emails?) Reparaturstelle mit Zinn an kleiner runder Öse. Ovale Öse ohne Fuge. Weitere Reparaturstelle mit Zinn am Seitenbalken.

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Kreuz 442 - 14

Kreuzanhänger, Gold, hohl, ca. 55 x 35 x 2,7 mm, kleine runde Endöse und Dreiecksschlaufe, die punziert ist mit: Wappen S H 585. Das schlichte Kreuz der Vorderseite liegt etwas erhöht auf einem gleichmäßig getreppten Kreuz als Untergrund.

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Kreuz 442 - 17a

Kreuz-Anhänger mit rotem, facettiertem Glastein, Dbl. ca. 60 x 43 x ca. 4,6 mm An den vier Kreuzenden und im Zentrum befinden sich feine aus zartem Draht und Kügelchen geformte Schnörkelmotive. Im Kreuzzentrum befindet sich eine runde Fassung, in der der Glasstein in Millgriff gefaßt ist. In der Endöse ist eine ovale Öse eingehängt. 

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Reliquienkreuz als Theca bezeichnet, neuwertig, Gesamtlänge ca. 53,5 mm, Breite ca 23 mm, Höhe 6,3 mm, unecht mit Scharniergelenk, Verschlußschraube, verchromt, Holzeinlage, im geöffneten Kreuz sieht man zwei Cedulae aus Papier bedruckt mit: Agnus Dei und el v. Sarge Br. Jordan  

Jordan Mai *1.9.1866 in Buer i. Westfalen †20.2.1922 in Dortmund, gebürtig Heinrich Theodor Mai, Franziskanermönch

1991 wurde ihm durch Papst Johannes Paul II. der Titel "Ehrwürdiger Diener Gottes" verliehen.

Geschenk März 2013 v. Frau Schlotböller, Ostdolberger Weg 70, 50229 Ahlen.

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442 - 20 a

Medaillon, Anhänger, Gold, mit beweglicher Öse in hohler Kugel, Rund Ø 30 mm. Die Vorderseite zeigt in einem runden Feld ein mit schwarzem Email ausgelegtes Kreuzmotiv Die runde Platte ist durch Scharniere aufklappbar und bietet die Möglichkeit, u.a. auch eine Reliquie aufzunehmen.

Die dekorative Gold-Umrandung ist beidseitig in gleicher Weise ausgeführt. Die runde Platte der Rückseite ist guillochiert.

 

 

 

 

Medaillen (von metallum, aus dem Französischen Medaille) sind Reliefdarstellungen.

Nach Entwürfen oder Vorgaben werden Positv- oder Negativ-Formen in Wachs, in Gips, in Holz, in Edelsteinen (Siegel) oder anderen Materialien geschnitten. Sodann wird ein Wachausschmelzverfahren (verlorene Form), das Sandguß- oder das Galvanoplastikverfahren angewandt.
Eine andere Methode ist, einen Metallstempel durch einen Stahlgraveur anfertigen zu lassen, um Medaillen zu prägen.
Christliche Medaillen sind Schau- und Gedenkmedaillen, die an bestimmte christliche
Wahrheiten, Geheimnisse, Orte (besondere Gnadenorte, Wallfahrtsorte) oder an Ereignisse im Leben des Herrn Jesu Christi, der Kirche, der Heiligen, einzelner Personen (zum Beispiel ihre Taufe, Ordination: Bestellung, Weihe, Gelübdeablegung) erinnern und zu diesem Zwecke entsprechende Darstellungen, Bilder, Symbole oder auch nur Legenden aufgeprägt, gegossen oder eingraviert.

Sie werden, ebenso wie die Enkolpien im engeren Sinn (Kapseln mit eingeschlossenen Reliquien und dergleichen) seit altchristlicher Zeit sei es für sich allein (sichtbar oder unter dem Gewande ), sei es in Verbindung mit Andachtsgegenständen (zum Beispiel Rosenkranz) getragen; anfangs hatten sie eine individuelle Beziehung und Bestimmung, später wurden sie zu allgemeinen Andachtszeichen bestimmt, die dargestellten Personen in dankbarer Erinnerung und Verehrung zu behalten, sich ihnen zu weihen und zu empfehlen.

Seit dem 16. Jahrhundert kann durch das Tragen geweihter Medaillen mit Bild von einem oder einer kanonisierten Heiligen vielfach ein Ablaß gewonnen werden.

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Ahlener pilgern seit 1847 nach Telgte.

Wenn die Wallfahrer heute wie damals nach Telgte ziehen, auch wenn manchem Teilnehmer der etwa 30 km Fußweg nicht leicht fällt, tun sie es jedoch nicht in der Überzeugung, jegliches ihrer im Gebet vorgetragene Anliegen werde Erhörung finden, und zwar so, wie sie es gemeint hatten.
In einem alten Vers heißt es: “Maria hilft immer“
Es liegt in der Natur der Sache, dass die Motive der Wallfahrer Außenstehenden meistens verborgen bleiben.
Aus dem Buch „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847 – 1996“ von Dechant Paul Röschenbleck

Eingeladen zu einer Marienandacht im Museum im Goldschmiedehaus

traf sich am Christi-Himmelfahrtstag, dem 2. Juni 2011 eine Gruppe der jährlichen Wallfahrer zur Schmerzhaften Mutter nach Telgte an der Mariensäule auf dem Marienplatz, um anschließend das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen aufzusuchen.

Eine besondere Aura im Museum vermittelten die Exponate der sakralen Kunst, die Wallfahrtsfahne, die Wallfahrtsmadonna, die während der Wallfahrt abschnittsweise von Wallfahrerinnen auf den Schultern getragen wird, das Avenhövelsche Votivbild, sowie die Pilgermedaille von 1979 mit der 1992 neu geschaffenen Kette.
Die Teilnehmer wurden mit dem musikalischen „Hymnus des Akathystos“ empfangen.

Impuls: Maria im Museum?

Lied: Sei gegrüßt, o Jungfrau rein ...

Sei gegrüßt, der Du der Welt den Erlöser geboren,
Sei gegrüßt, die Du das Leiden getragen,
Sei gegrüßt, die dem Auferstandenen geglaubt hat,
Sei gegrüßt, die Du mit uns gehst durch die Zeit!
Sei gegrüßt, Du heilige Mutter Maria

Lesungen, Bitten, Wechselgebete sowie gemeinsam gesungene Marienlieder erzeugten eine geistige Verbindung Gleichgesinnter mit ihren eigenen Anliegen zur Gottesmutter.

Wir beten.

Der Herr segne uns und behüte uns. Er schenke uns Menschen wie Maria, eröffne unsere Sinne, damit wir die leisen Töne wahrnehmen, damit wir mit offenen Augen die anderen sehen, damit wir den Geschmack des Glaubens nicht verlieren, das Leben immer neu riechen können und das Gespür füreinander behalten. Segne uns, dreifaltiger Gott, du der Vater, der Sohn und der hl. Geist.
Dank an Heintraud Maria Schmelting, Rudolf Aperdannier sowie Werner Fischer

Ahlener Wallfahrtsbild im besitz der Familie Avenhövel


Foto: Raphael Fischer

Das Avenhövelsche Wallfahrtsbild ca. 70 x 56,5 Öl auf Leinen, gehört mit zu dem Zyklus der heutigen bekannten sechs Gemälde. Sie sind nicht signiert und in der Zeit nach 1700 bis etwa 1720 entstanden.
Vier dieser Bilder, wie auch das Avenhövelsche, das sich in Ahlen befindet, vermitteln einen historischen Gleichklang mit Pietà, Kapelle und Prozessionsweg.
Das Gnadenbild ist im Schmuck der Zeit dargestellt mit dem typischen dreiteiligen Mantel und Krone mit schmalen Bügeln. Das besondere an diesem Bild ist jedoch der zusätzliche Kranz aus weißen Rosen auf der Dornenkrone Christi.
Aus „Der Rosenkranz - ein Thema in Telgte um 1700“ von Karl- Heinz Engemann, Sonderheft 2011

Die Wallfahrtsfahne der Telgter Wallfahrer

Foto: Raphael Fischer

Die Wallfahrtsfahne aus der Gründung der Wallfahrt von 1847 wurde 1900 durch eine würdige neue Fahne ersetzt.
Diese Fahne sollte 1983 restauriert werden.
Bei Restaurierungsarbeiten stellte man fest, daß das aufgenähte Marienbild älter ist als die Fahne selbst. Damit dürfte gesichert sein, daß das Marienbild von der ersten Fahne stammt, die die Pilger schon bald nach der Gründung der Wallfahrt im Jahre 1847 beschafft haben.
Aus „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996“ von Paul Röschenbleck mit Foto Seite 11

Die Rückseite der Fahne, die Pilgerseite, ist mit dem Schriftbild ADVOCATA NOSTRA geschmückt.
Freie Übersetzung: Sie heißt uns willkommen

Die Wallfahrtsmadonna steht während des Jahres in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock-Hauses

Foto: Raphael Fischer

Die Ahlener Volkszeitung berichtet im Jahre 1901: „Spätestens im Jahre 1853 befand sich diese heute noch auf dem Wege nach Telgte mitgeführte Marienstatue im Besitze der Wallfahrt.“
Das äußere Erscheinungsbild der Madonnenstatue hat sich seit der Entstehung in der Mitte des 19. Jahrhunderts stark verändert. Ursprünglich war die ganze Figur farblich gefaßt, bis sie irgendwann abgebeizt wurde, sodaß sie sich bis heute im Naturholzton darbietet. 1987 wurde das Zepter Marias erneuert, das nicht mehr vorhanden war. Gleichzeitig sind auch die Schäden an der Marienkrone behoben worden.
Eine Neuinterpretation der Figur ist insofern vorgenommen worden, als alle Herrschaftsattribute in Gold gefaßt wurden. So korrespondieren in der Darstellung jetzt miteinander Paradiesfrucht (Apfel), das Symbol aller Versuche in der Menschheitsgeschichte, die Herrschaft über die Welt zu gewinnen, und der mit dem Kreuz gekrönte Reichsapfel, das geschichtsträchtige Zeichen in der Hand Jesu für die Herrschaft Gottes, die er, wenn auch oft genug angefochten, endgültig in der Welt aufgerichtet hat. Maria, die mit dem Fuß die teuflische Schlange niedertritt, hat Anteil am Sieg Jesu Christi. Als Zeichen der Teilhabe an seiner Herrschaft trägt sie Krone und Zepter.
Aus „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996“ von Paul Röschenbleck

Die Pilgermedaille mit Kette für die schmerzhafte Mutter Gottes von Telgte


Foto Raphael Fischer

Alljährlich nach dem Fest Mariä Geburt, wenn die Wallfahrt der Ahlener nach Telgte kommt, erscheint das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter im Schmuck der von den Ahlener Pilgern gestifteten Pilgermedaille, gestaltet von der Ahlener Künstlerin Anita Blum-Paulmichl. Sie wurde der Schmerzhaften Mutter von Bischof Heinrich Tenhumberg am 9. September 1979 übergeben.
Die Medaille hing an einem Ripsband in den Farben Rot-Weiß, den Ahlener Farben, um so den Bezug zu Ahlen kenntlich zu machen. Sehr bald meinte man in Ahlen, es sei zuviel an Bescheidenheit, wenn die Schmerzhafte Mutter ihre Medaille an einem Ripsband tragen müsse. Seit 1992 trägt die Schmerzhafte Mutter die Medaille an einer Kette, deren einzelne Glieder nach dem Buchstaben „A“ gestaltet sind; so ist der Bezug zu Ahlen weiterhin ersichtlich.
Die Kette wurde in der Goldschmiedewerkstatt von Werner Fischer - Ahlen aus Sterlingsilber erstellt.
Aus „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996“ von Paul Röschenbleck

Krone, Silber, teilvergoldet

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Der untere Kronenrand hat einen Durchmesser von ca. 145 mm und eine Höhe von ca. 280 mm. Auf dem mattierten Teil wurden 12 Fassungen mit farbigen facettierten Glassteinen befestigt.

Auf dem Kronenrand ist ein kronenförmiger Korpus mit 6 Bügeln aufgesetzt. In die 6 Zwickel sind ziselierte Muschelornamente und 6 Blumensträuße eingesetzt, die zur Mitte führen. Zunächst bildet eine vergoldete Kugel auf Sockel den Abschluß.

Bei dieser Krone ist auf der Kugel eine Spirale aus Silberdraht befestigt, die eine geflügelte Taube trägt, auf deren Kopf ein dreieckiges Silberschild, welches die Trinität andeutet, befestigt ist.

Diese Krone ist für eine Madonnenfigur erstellt worden. Die Madonnenfigur wurde bei Prozessionen auf einer Trage befestigt, die vielerorts von jungen, unverheirateten Frauen auf den Schultern getragen wurde.


Auch heute wird bei der jährlichen Wallfahrt von Ahlen nach Telgte eine Madonnen- Statue mit goldfarbener Krone, Zepter und Reichsapfel in der Prozession von unverheirateten Frauen getragen. Zu allen anderen Zeiten des Jahres hat die Madonnenfigur mit dem Jesuskind in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock-Hauses ihren Platz.

Spätestens im Jahre 1853 befand sich diese heute noch auf dem Wege nach Telgte mitgeführte Marienstatue im Besitze der Wallfahrt.“ So berichtete Dechant Paul Röschenbleck.

Zurück zur silbernen Wallfahrtskrone des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen,

die ebenfalls von jungen Frauen auf den Schultern getragen wurde. Während des Gehens wippte die Taube auf der Madonnenkrone beachtlich. Das nahmen die frommen Zuschauer am Wegesrand wahr; denn durch die biegsame Welle wackelt bei jedem Schritt der Heilige Geist. Amen.

Volksfrömmigkeit

Die Volksfrömmigkeit betrifft insbesondere das religiöse Leben in Familien, im Ort, in der Region, im Land.
Die begleitenden Gegenstände sind Zeugnisse der Volksfrömmigkeit. Sie reflektieren das religiöse Leben von der Wiege bis zur Bahre.
Traditionen, Bräuche und Sitten sind oftmals ein Fundament christlicher Kultur, die von den christlichen Kirchen, den christlichen Vereinen verordnet, empfohlen und unterstützt werden.
Davon künden Kirchenfeste im Kirchenjahr, Marienfeste, Fest der Heiligen und deren Patrozinientage. Viele Erinnerungstage werden in der Kirche festlich gefeiert. Hier sind besonders jene Festage zu nennen, die außerhalb der Kirche Demonstration des Glaubens sind, die Prosessionen.

Weitere Anlässe sind:

Geburt
Taufe
Namenstage
Besuch der hl. Messe
Schulanfang
Religionsunterricht
Beichte
Erstkommunion
Firmung
Verlobung
Hochzeit
Beerdigung

Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Klosterarbeiten
wurden u.a. von Nonnen in den Klöstern angefertigt und zum Verkauf angeboten.

Nicht immer wurde der Verkaufspreis gefordert, sondern es wurde dem Käufer anheim gestellt, wie viel ihm das Bild wert ist und dieser Betrag wurde auch entrichtet.

So wurde durch den Erwerb von Andachtsbildern oder anderer religiöser Devotionalien der Alltag der Schwestern finanziell unterstützt.

Klosterarbeiten, 18. Jh., rechteckiger, verglaster, vergoldeter Bilderrahmen,

2013-04-24 11.54.27

ca. 175 mm breit und ca. 270 mm hoch, darauf ein aus Holz geschnitztes, barockes Ornament. Hinter dem Rahmen befindet sich ein Holzkästchen, das nicht zu öffnen ist.

Der Blick durch das Glas zeigt eine aufwendige Klosterarbeit. Die Rückwand ist mit braunem Samt belegt. Darauf ein gemusteter beigefarbener Stoff, bogenartig geschnitten, der einen goldfarbenen Strahlenkranz aus Stanniol aufnimmt. In den beiden oberen Ecken sind zwei lilafarbene, facettierte Schmucksteine angebracht.

Diese gesamte Komposition dient der Verherrlichung der Mutter Gottes, erkennbar durch ein gemaltes Gesicht, das mit braunem Samt ummantelt ist. Das Kleid lugt hervor, die beiden Hände liegen über kreuz und halten ein Blumenbukett, das von einem Schleier gehalten wird.

Darunter ein Schriftband ECCE MATER AMORIS - Et. DOLORIS - Siehe die Mutter der Liebe und des Schmerzes

Klosterarbeiten wurden u.a. von Nonnen in den Klöstern angefertigt und zum Verkauf angeboten. Nicht immer wurde der Verkaufspreis gefordert, sondern es wurde dem Käufer anheim gestellt, wie viel ihm das Bild wert ist und dieser Betrag wurde auch entrichtet.

So wurde durch den Erwerb von Andachtsbilder oder anderer religiöser Devotionalien der Alltag der Schwestern finanziell unterstützt.

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gedultsflasche

Seit etwa 300 Jahren werden im Erzgebirge, im Allgäu aber auch in anderen Gegenden insbesondere in den Wintermonaten durchsichtige Glasflaschen mit geschnitzten Holz- oder Metallteilen gefüllt, die in einer gesteckten Komposition an die Kreuzigung Jesu Christi erinnern. Eine Geduldsarbeit - darum auch Geduldsflasche genannt.

Die Glasflasche hat eine Höhe von ca.14,5 cm und einen Durchmesser von ca. 5,6 cm. Im äußeren Flaschenboden befindet sich als Glasprägung die Ziffer 200.
Als Abdeckung der Flasche dient ein geschnitzter, krähender Hahn, in Erinnerung an Petrus.
Jesus sprach zu Petrus in der Passionsgeschichte:
"Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen".

In der Flasche selbst befindet sich ein gleichschenkliges Holzbodenkreuz, welches an seinen vier Enden zwei Würfel trägt. (Einer ist abgefallen) Ein weiterer Balken trägt die Leiter, wiederum ein anderer einen Totenkopf in Erinnerung an die Sterblichkeit Adams, des ersten Menschen. Ein weiterer Balken ist bestückt mit einer Lanze und einem Stock, an dessen Ende ein Schwamm befestigt ist.
„ Ein Soldat hielt ihm einen in Essig getränkten Schwamm hin, der auf einem Ysopzweig steckte, und Jesus trank. Anschließend rief er mehrfach: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Seine letzten Worte waren: "Es ist vollbracht!"

Im Zentrum des kreuzförmigen Bodenbalkens steht das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus auf dem Suppedaneum mit Dornenkrone und Lendenschurz. Der Titulus INRI befindet sich am oberen Längsbalken. An dem waagerechten Kreuzbalken hängt links eine Laterne und rechts eine Geißel. Auf dem Querbalken befinden sich eine Kneifzange, ein Kelch und nochmals ein Hahn sowie ein Hammer. Zwei auf den Boden gefallene gekreuzte Stäbe könnten die Geißelruten andeuten.
Bezeichnungen wie Leidens-Werkzeuge oder Marterwerkzeuge werden bei diesen Darstellungen ebenfalls verwendet.

Das Alter des Objekts kann zur Zeit nicht angegeben werden, da dem Museum im Goldschmiedehaus in Ahlen kein Sachverständiger für diese Disziplin bekannt ist. Oder können Sie als Leser etwas dazu sagen?
Wie kam das Objekt ins Museum im Ahlener Goldschmiedhaus?
Frau Horstkötter in Beckum, z.Z. im 87. Lebensjahr, widmete dem Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, der Familie Fischer, im April 2013 diese Geduldsflasche, die vorher im Besitz ihres verstorbenen Vaters Caspar Horstkötter, Beckum, Rosengasse, war.

Gegenstände in durchsichtige Glasflaschen zu montieren, zu basteln, kennen wir auch bei den sogenannten Buddelschiffen.
Wie schon erwähnt, wurde diese 300 Jahre alte Tradition, religiöse und alltägliche Szenen in Flaschen darzustellen, hauptsächlich im Erzgebirge und Allgäu betrieben. Man vertrieb sich in den langen Wintermonaten bei der Herstellung der „Geduldsflaschen“ oder „Eingerichte“, wie sie auch genannt werden, die Zeit, hatte eine Beschäftigung mit meist frommem Inhalt, und konnte sich mit den kunstvollen Ergebnissen zudem ein wenig Geld verdienen. Interessant dabei ist, dass diese Tradition konfessionsübergreifend sowohl im evangelisch-lutherisch geprägten Erzgebirge als auch im mehrheitlich katholischen Allgäu Verbreitung fand.

Die Geduldsflasche, auch Eingestell und Eingerichte genannt, ist eine Darstellung einer religiösen oder Alltagsszene, die in eine Glasflasche mit viel Geschick hineingebastelt wird, nicht zu verwechseln mit einer Flaschenpost.

 

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Herr Gregor Kösters kannte das von seiner Tante, Frau Hildegard Horstkötter, dem Interreligiösen Museum übergebene Eingericht seit seiner Kindheit, ließ sich von dessen Internet-Auftritt für diesen Bereich religiöser Volkskunst sensibilisieren und stieß bei einer Reise in den Westen Irlands im Country Life Museum im Turlough Park House auf eine Geduldsflasche mit der Darstellung von Symbolen der Kreuzigung Christi.

Ein Foto übersandte er dem Interreligiösen Museum in Ahlen.
Erklärende Tafeln weisen dieses Stück als eine typische Arbeit der irischen Traveller (engl. travellers/Reisende), die sich selber Pavee (irisch pavee/Händler) nennen, aus.

Diese Bevölkerungsgruppe lebt traditionell auf der Wanderschaft. Meist sind sie römisch-katholisch. Besonders ihre Frauenn sind sehr religiös und dekorieren ihre Wagen mit religiösen Bildern und Skulpturen.

Solcher Frömmigkeit entsprang auch dieser "God in the boddle/Gott in der Flasche", der die Kreuzigung abstrahierender, in symbolischerer Formensprache als das oben vorgestellte Eingericht repräsentiert.

Stücke dieser Art verkaufen die Traveller von Tür zu Tür oder an Marktständen.

 

Reliquienkasten, süddeutsch, Klosterarbeit um 1800

2013-04-24 11.50.55

Maße: Rahmen 313 x 275 mm, Tiefe 50 mm

Reliquienkasten in Form eines Bilderrahmens mit Glasabdeckung. Im Innern ist auf geprägtem Silberpapiergrund ein "Jerusalemer Kreuznagel" auf ein Samtkissen

aufgenäht. Ein angebundenes Papiersiegel dient als Echtheitszertifikat. Dem Oberteil des geschmiedeten Eisennagels ist eine Krone aufgesetzt. Als Umrandung des Nagels sind spiralförmige Gold- und Silberdrähtchen kunstvoll zu einer Bordüre angeordnet.

Zu beiden Seiten des Nagels befinden sich zwei Agnus-Dei-Medaillons (Apostel Paulus und Bartholomäus), deren Umrandungen ähnlich verziert sind wie der Nagel. Am oberen und unteren Ende des Nagels sind vier Reliquien mit Schriftbändern kunstvoll in Blumenmotive aus gewickeltem Silber- und Golddraht mit goldener und silberner Filigranstickerei, die mit farbigen Steinen und Perlen verziert ist, eingebettet. (leonisches Dekor).

Auf der Rückseite ist der Reliquienklasten mit Seidenstoff beklebt, der einen Schlitz enthält. Ein dort angebrachter Zettel trägt die Aufschrift:" Hier befindet sich die Authentika 1889." Leider ist diese nicht mehr vorhanden.

Schriftbänder kennzeichen die Reliquien mit den Namen: St. Innocenti P.M.,

St. Margaretha J.M., St. Gaudenti M. und St. Reliquie M.

Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 114

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Ewiges Licht, Lithophanie, Meissen 1840

2013-04-24 12.16.59

Former: Martin Heinrich Traugott (1805 - 1858)

Bildvorlage: Werk des Barockkünstlers Guido Reni (1575 - 1642)

Kerzenschirm. Polychromes Lithophaniebild mit Ecce-Homo-Kopf.

Florale Filigranfassung in Metall. Hölzerner Standfuß, Rückseite

Kerzenhalter, deutsch, Mitte 19. Jh., Gesamthöhe 30 cm.

Siehe weitere Einzelheiten: Sakrale Kunst, Werner Fischer, Seite 160 und 161, Abb.62

Ewiges Licht

Ecce homo - siehe der Mensch

Dresden, Gemäldegalerie

Handzeichnung im Louvre
nach Guido Reni 1575-1642

Ewiges Licht bei katholischen Christen.

Ner Tamid nennt man das Ewige Licht in der jüdischen Religion.

Im Islam gibt es den Lichtvers aus der 24. Sure des Koran.
Der Vers wird wie der größte Teil der Sure auf das Jahr 626 datiert.

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Schlesische Kirchenfahne

Über den Wolken in einem dreistufigen Kleid zeigen sich in der Mitte die Heilige Anna als zentrale Figur, bekleidet mit weißem Hals- und Kopftuch, darauf eine 4-Bügelkrone. Als Schmuck trägt sie ein Brustkreuz an einer goldenen Kette.
Die Figur an ihrer rechten Seite mit weißem Gewand, in der rechten Hand einen Reichsapfel, auf dem Kopf eine 8-Bügelkrone könnte die Mutter Gottes sein.
An ihrer linken Seite ihre Mutter Anna, es könnte auch die Darstellung des Jesuskindes sein oder auch umgekehrt.

     Ein heiliger Mann mit Gloriole in hellem Untergewand, darüber ein rotes offenes Obergewand In der rechten Hand eine Lanze und in der linken Hand eine Schriftenrolle und einen Palmzweig tragend. Im Hintergrund eine orientalische, bergische Landschaft mit Häusern und einem Kuppelbau.

caaeifeb anna selbdritt

Das Interreligiöse Museum in Ahlen dankt für die Mithilfe Pater Marian Bernard Arndt, Polen der uns im März 2016 die Abbildung der Figur der Anna Selbdritt zugeleitet hat.  

Heilige Anna Selbdritt
Anfang 16. Jh.
Lindenholz
H. 129 cm

Oberfränkisch

Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18
52070 Aachen

Schlesische Kirchenfahne

Über den Wolken in einem dreistufigen Kleid zeigen sich in der Mitte die Heilige Anna als zentrale Figur, bekleidet mit weißem Hals- und Kopftuch, darauf eine 4-Bügelkrone. Als Schmuck trägt sie ein Brustkreuz an einer goldenen Kette.
Die Figur an ihrer rechten Seite mit weißem Gewand, in der rechten Hand einen Reichsapfel, auf dem Kopf eine 8-Bügelkrone könnte die Mutter Gottes sein.
An ihrer linken Seite ihre Mutter Anna, es könnte auch die Darstellung des Jesuskindes sein oder auch umgekehrt.

     Ein heiliger Mann mit Gloriole in hellem Untergewand, darüber ein rotes offenes Obergewand In der rechten Hand eine Lanze und in der linken Hand eine Schriftenrolle und einen Palmzweig tragend. Im Hintergrund eine orientalische, bergische Landschaft mit Häusern und einem Kuppelbau.

caaeifeb anna selbdritt

Das Interreligiöse Museum in Ahlen dankt für die Mithilfe Pater Marian Bernard Arndt, Polen der uns im März 2016 die Abbildung der Figur der Anna Selbdritt zugeleitet hat.  

Heilige Anna Selbdritt
Anfang 16. Jh.
Lindenholz
H. 129 cm

Oberfränkisch

Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18
52070 Aachen

Brautdiademe

Brautdiademe (Brautkränze) unter Glaskuppel, 19./20. Jh.

Andenken an die grüne und goldene Hochzeit

Es ist nicht mehr festzustellen, welche Braute diese Kränze getragen haben. Es könnte jemand aus der Familie Suermann oder West sein.

Auf einem runden geschwärzten Holzteller, Durchmesser 21 cm, mit drei Füßen ruht eine Glaskuppel von ca. 16 cm Höhe. Auf einem Seidenarrangement liegen ein grüner Myrthenstrauß mit einigen weißen Blütchen sowie ein aus Metall vergoldetes Diadem mit Myrthenblättern und Blümchen. Das mittig aufgesteckte Sträußchen wurde von Ehemännern getragen.

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Brautkreuz mit Kette
65 x 40 mm 

20131104 121947

Dass der Goldschmied Werner Fischer die für ihn selbst bestimmten Trauringe in seiner eigenen Goldschmiede persönlich gießt, schmiedet und fertigt, war für seine damalige Braut Anni Schwienheer und ihn selbstverständlich, sowie auch die Fertigung des Brautkreuzes mit Kette.

Für die beiden Trauringe legierte ich aus 1000 Teilen = Feingold 900/000 Gold. Das bedeutet, in den beiden Trauringen sind 900 Teile Feingold, 50 Teile Silber und 50 Teile Kupfer. Da ich mir finanziell keinen Eisenstempel leisten konnte, tragen die beiden Ringe keinen Feingehaltsstempel.

Bei dem schlichten Brautkreuz für meine Braut verwendete ich Silber. Ich walzte und schmiedete aus zwei Rechteckstangen ein Steckkreuz. Den verlängerten oberen Längsbalken nutzte ich als Öse zur Aufnahme einer sehr zarten Kette aus Runddraht.

Die Kette besteht aus langovalen Ösen im Wechsel mit runden Ösen. Als Verschluß dient ein profaner Federring. Kreuz und Kette sind vergoldet.

Funeralschilder, Kerzenschilder sind seltene museale Kostbarkeiten.
Schon im Mittelalter wurden bei Begräbnissen der Sarg von Bruderschafts- oder Gildemitgliedern getragen, flankiert von weiteren Gildemitgliedern, die angezündete Kerzen trugen, an denen Schilder in Metall befestigt waren.
Die Schilder trugen u.a. das Innungswappen oder auch das Bildnis des Schutzpatrons.
Bei den Goldschmieden ist das der hl. Eligius. Sowohl bei protestantischen wie auch katholischen Leichenbegräbnissen fanden die Leichenkerzen mit den Schildern auch noch im 20 Jh. auch bei Prozessionen Verwendung.

Im Interreligiösen Museum in Ahlen befindet sich in der ständigen Ausstellung ein

Kerzenschild aus einem Beginen-Kloster in Belgien, frühes 19. Jh.

Geschenk an Werner Fischer v. Herrn Herbert Cürvers, Kevelaer, am 28.02.1989 in Ahlen.
Herbert Cürvers geb. am 26.07.1932, gestorben am 09.11.2013 Gold- u. Silberschmiedemeister, Vizepräsident von Eureloy.

Das Kerzenschild zeigt auf einer Silberplatte den hl. Rochus, gest. 1327.

Der Legende nach soll er als Rompilger in Italien Pestkranke gepflegt und geheilt haben. Er wurde selbst ein Opfer der Pest.

Als volkstümlicher Schutzpatron der Tiere und gegen Seuchen, ist er

einer der 14 Nothelfer. Rochus wird oft als Pilger mit Wanderstab und Pilgerflasche dargestellt und mit einem Engel, der ihm zur Seite steht.

Kerzenschild Silber mit 925 punziert, achteck 15,5, x 10,8 geschrotet vonn Raphael Fischer.

KERZENSCHILD

Die Skupltur zeigt den hl. Eligius in Bronze. Nachempfunden der Steinskulptur die in Parterre Oststr. 69 neben dem Treppenaufgang auf eine Säule steht die von Werner Fischer in Italien neben anderen Steinbüsten in Auftrag gegeben und angefertigt wurden.

Auf der Schildrückseite befindet sich ein Ring der die Kerze aufnimmt.

Weihnachtsgeschenk für den Vater Werner Fischer vom Sohn Raphael ca. um 2000 - 20

Konfirmation ist eine Gottesdienst ähnliche Feier in der evangelischen Kirche, durch die
jugendliche evangelische Christen in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen werden. Auch die Konfirmation wird durch eine Urkunde bestätigt.

Das Abendmahl ist eine zeichenhafte Erinnerung an Jesu Gegenwart. Brot und Wein bleiben Brot und Wein.

erinnerungsbild ute

Dem Interreligiösen Museum gewidmet von Ute Hollinderbäumer

"Bleibe Fromm und halte Dich recht. Denn Solchen wird es zuletzt wohlgehen."

Zur Bestätigung der Konfirmation erhält der Konfirmand/die Konfirmandin eine Urkunde. Diese Urkunde enthält den Namen, das Datum der Konfirmation und den Konfirmationsspruch

Man braucht diese Urkunde, wenn man zum Beispiel Taufpate/Taufpatin oder Kirchengemeinderat/Kirchengemeinderätin (Presbyter) werden will.

konfirmationsurkunde 2

Text der Urkunde

Fürwahr. Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Sei getreu bis an den Tod.

So will ich dir die Krone des Lebens geben.

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden: Halleluja!

Wie viel euer getauft sind die haben Christum angezogen (Gal. 3/27)
Bildmitte: der hl. Geist in Gestalt einer Taube mit Taufschale
Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matth. 28,20)

Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.
Psalm 32,8 Wenn du mich führst, kann ich nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehen;

Du sprichst: „Mein Auge soll dich leiten, mein Angesicht soll vor dir gehen“.

Auguste Marie Hölk, geboren am 16. August 1893 und getauft am 17. Dezember 1893 ist nach empfangener Unterweisung im Worte Gottes heute in der ev.-lutherischen Kirche zu Krummendiek konfirmiert worden und nunmehr zum heiligen Abendmahl zugelassen.

den 15. März (Reminiscere) 1908 P. Puls Pastor

Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. (Joh.)

Ich lebe und ihr sollt auch leben (Joh.)

Wer in Mir bleibet und ICH in ihm, der bringet viele Frucht (Joh.)
Gedenkblatt No. 5 Spruch No. 26

Verlag von Johannes Schrodt Frankfurt a.M.

Krummendiek ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.

Evangelisch-Lutherische Kirche.

Konfirmationsurkunde

Konfirmationsurkunde Römer 8 Vers 28
„Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“.
Mit dieser Ermahnung und den heißten Segenswünschen bezeugt, dass Luise Hartrop am 24. März 1850 in der U. L. Frauen Kirche zu Burg durch die Confirmation in die Gemeinschaft erwachsener Christen evangelischer Confession aufgenommen ist. (Siegel und Unterschrift Weber?)

Burg bei Magdeburg.

Kreuze

DAS KREUZ ERHIELT FÜR UNS CHRISTEN SEINE HERVORRAGENDE BEDEUTUNG DURCH DEN ERLÖSERTOD JESU CHRISTI

Wir kennen das Kreuz bereits aus vorchristlicher Zeit, entweder rein ornamental oder einen symbolischen Sinn vermittelnd, so das Swastika Kreuz als crux gammata vor allem in Indien bekannt und das in Kleinasien schon sehr früh bekannte Sonnenrad, ein Kreuz in einem Kreis.

Aus und um Ägypten ist uns das Henkelkreuz, fälschlicherweise auch als Nilschlüssel bekannt, das cruz ansata, auch als Silbenzeichen bekannt für = Leben und deshalb auch leicht mit einem christlichen Sinn verknüpfbar.

Das christliche Kreuz tritt in verschiedenen Variationen auf, entweder als griechisches Kreuz = alle Balken sind gleich lang oder lateinisches Kreuz = die Balken sind ungleich lang oder als cruz counnissa, das sogenannte Tau, oder auch Antoniuskreuz, der Querbalken liegt auf dem Längsbalken. Es entspricht der historischen Kreuzform wohl am ehesten. Das Petri-Kreuz hat den Querbalken unten auf dem Längsbalken.

Das Andreaskreuz hat zwei sich schräg kreuzende Balken. Noch heute wird dieser Gestus von den Priestern bei der Wasserweihe oder beim Blasius-Segen durch das Halten von Kerzen gezeigt. Das Andreaskreuz stimmt mit den hebräischen Buchstaben táw überein, dem jüdischen Versiegelungszeichen, das in der jüdischen Kunst seit dem 1. Jh. belegt ist.

Zusammengesetzte Kreuzformen sind das erzbischöfliche auch lothringische Kreuz genannt oder die Patriachat-Kreuze, die alle zwei Querbalken haben. Das päpstliche Kreuz hat drei verschieden lange Querbalken. Andere Kreuzformen können heraldischen Ursprungs sein.

Solange die Kreuz-Strafe noch bestand, wurde das Kreuz meist nur symbolisch angedeutet, entweder durch Oranten übersetzt - in der altchristlichen Kunst die Beter - d.h. es wurde mit ausgebreiteten Armen und Händen, deren Innenseiten nach Aufwärts gerichtet sind, gebetet. Auch heute wird das Kreuz, die Kreuzigung symbolisch in der Messe, im Gottesdienst angezeigt, indem der Priester in Orantenhaltung bei der Präfation am Altar steht.

Symbolisch waren aber auch der Anker, oft mit Fischen oder Delphinen zu beiden Seiten, durch die Buchstaben T oder X mit dem Tod am Kreuze in Verbindung zu bringen. Zunächst wurde das Kreuz literarisch später auch künstlerisch dargestellt durch verwendete Symbole wie der Baum des Lebens im Paradies, der Stab des Moses.

Seit das Kreuz aber als Siegesankündigung Konstantin dem Großen vor der Schlacht an der milvischen Brücke 312 erschien und als Hinrichtungskreuz im 4. Jh. abgeschafft war, wurde es vielleicht durch die Mutter Konstantins, die hl. Helena, ein Ehrenzeichen. Dieses Ehrenzeichen, das Kreuz, schmückte kaiserliche Münzen und wurde statt des Zepters benutzt und vor allem in Kirchen, Häusern und in der Öffentlichkeit d.h. im Freien angebracht.

Hauptform für den Grundriss der Kirchenbauten wurde es eigentlich erst in der romanischen Kunst.

Die Auffindung des Kreuzes in Konstantinopel zwischen 320 und 345 steigerte den Kult des Kreuzes in der ganzen Kirche. Teile vom wahren Kreuz Christi wurden schon damals als kostbare Reliquien erbeten. Schon im 4. Jh. bildeten sich Gruppen, die zum hl. Kreuz nach Jerusalem pilgerten. Noch heute erinnern Ölampullen in Monza daran.

Die liturgische Kreuzverehrung ging früh auch in die römische Kirche über. Frühestens seit dem 5. Jh. wird erst in der östlichen und später in der römischen Kirche auf dem Altar ein Kreuz errichtet. In der Kunst begegnet uns das Kreuz bald als römisches und griechisches Kreuz, oft reich mit Edelsteinen (cruz gemmata), Blumen oder mit anderen Schmuckelementen verziert.

Mit zu den ersten Kreuzdarstellungnen zählen die Prozessions- oder Vortragskreuze, die bei kirchlichen Umgängen seit dem 5. Jh. durch einen Diakon oder Subdiakon dem Papst oder dem Klerus vorangetragen wurden. Nach Ankunft in der Kirche wurden sie auf den Altar gestellt.

Eine Darstellung der Kreuzigung Christi vermied das antike Empfinden der ersten Christen bei seiner Scheu vor der schmachvollsten Todesart in den Jahrhunderten der Verfolgung, soweit man heute weiß, fast vollständig.

Erst der hochentwickelte Kreuzeskult in Jerusalem, die viel realistischere Empfindungsweise der Syrer und die Notwendigkeit, den Monophysitismus durch die Betonung der Leidensfähigkeit des Herrn zu bekämpfen, überwanden seit dem 15. Jh. die alte Scheu, die aber noch lange für Kreuzigimgsdarstellungen berücksichtigt ist durch die Anbringung von Motiven und Elementen, in denen das Peinliche des Kreuzestodes aufgehoben oder gemildert und Christus in seinem schmachvollen Tod als Sieger über den Tod gezeigt werden soll. So wurden den ältesten Darstellungen gewöhnlich noch Auferstehungsszenen beigefügt, Christus lebend und bekleidet gezeigt mit Nimbus und ohne Nägel anstatt des Sitzpflockes das ansprechendere die Hoheit mehr wahrende Suppedaneum angebracht.

Erst im späten Mittelalter begegnet uns in der Kreuzigungsdarstellung Jesus Christus mit der Dornenkrone und dem Titulus in griechisch oder lateinisch.

In der Renaissance werden der Kreuzigungsdarstellung die Muttergottes Maria und Johannes und die gewöhnlich kleiner gezeichneten Schächer fast unbekleidet, und in der späteren Zeit oft grotesk verzerrt und mit deutlichem Ausdruck ihrer verschiedenen seelischen Verfassung, häufig mit Engel und Teufel zur Entgegennahme ihrer Seelen dargestellt.

Die ältesten Darstellungen vermeiden auch die Andeutung der Wunden, wie der Seitenwunde, Diese wird seit dem 10. Jh. und zwar auf der rechten Seite bis zum 17. Jh.dargestellt.

Als ältestes realistisches abendländisches Beispiel der Kreuzigungsszene gilt die Holztür an St. Satina in Rom (5. Jh.) und die Londoner Elfenbeintafel: Christus mit schmalem Lendenschurz.

Ein anderer Typus, der seit dem 6. Jh. bekannt ist und sich bis ins Mittelalter erhält, zeigt Christus bekleidet, beide Füße angenagelt, lebend zwischen den Schächern? Beigefügt sind Maria, Johannes, Schwammträger, würfelnde Soldaten, Christus wird mit langem Gewand und Krone lebend dargestellt.

Die darstellende Kunst schwankt immer zwischen Realität und einer mehr oder weniger gut ausgedrückten Andachtsauffassung.

Werner Fischer weisst darauf hin, daß sein Vortrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Das Kreuz, uraltes Zauber- und Heilszeichen. Durch den Kreuzestod wurde es: Sinnbild des Leidens und damit zum Inbegriff des christlichen Glaubens, Weihezeichen, Kreuzzeichen klein und groß, Segensgestus, Erinnerungsmal, Sühnezeichen.

Das Kreuz im Volksmund:
Drei Kreuze hinter jemandem machen = Jemand loswerden.
Ein Kreuz darunter machen = eine Sache beenden.
Drei Kreuze als Unterschrift = des Schreibens unkundig.
Abzeichen = Orden und Ehrenzeichen. 
Sein Kreuz auf sich nehmen = sein Leid tapfer ertragen.
Schwierige Menschen können ein Kreuz sein.
Erinnerungskreuze: Taufe, Erst-Kommunion, Hochzeits-Brautkreuz, Tod - Sterbekreuz, Grabdenkmal

Das Kreuz als Zeichen der Christen verliert an Bedeutung in den Kirchen, in den Häusern, in den Rathäusern, in Schulen in der Öffentlichkeit. Setzen wir Zeichen - Kreuzzeichen.

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Als ich im Kindesalter die ersten Buchstaben zu einem Wort zusammenfassen konnte und die Bedeutung des Wortes begreifen lernte, ergab es sich, dass ich den lieben Heiland an einem Wegeskreuz  in freier Natur in Hopsten betrachtete.
Auf dem Sockel des Kreuzes, der einem Altar ähnelte, stand der Satz: „Im Kreuz ist Heil“.

In der Kirche sangen wir: „Das Heil der Welt, Herr Jesu Christ, wahrhaftig hier zugegen ist.

Heil war für mich ein gutes Wort, denn wenn ich mir eine Schramme zugezogen hatte und man nach Tagen nichts mehr von der zuvor blutenden Schramme sehen konnte, dann war die Wunde verheilt, also heil.

Ging beim Spielen ein Spielzeug kaputt, konnte man es in meiner kindlichen Sprache wieder „heile machen“.

Während meiner Kindheit bestand die höfliche Pflicht eines Kindes zur Begrüßung älterer Personen und zum Wünschen einer guten Tageszeit darin, mit dem Kopf zu nicken und den Oberkörper leicht zu verbeugen.

1936 wurde ich eingeschult und lernte den sogenannten „deutschen Gruß“ kennen. Dazu mußte man den rechten Arm heben und laut und deutlich rufen: „Heil Hitler.“

Geblieben ist bei mir das Kreuzzeichen, das Kreuz und der Heiland.

Heiland (bedeutet Retter und ist Ehrentitel in unserer Sprache für Jesus Christus).
Das Kreuz ist das Symbol der Christenheit in aller Welt.
Für Christen ist es das Zeichen der Hoffnung und ein Relikt  praktizierender Volksfrömmigkeit.

(Werner Fischer 2011)

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Goldene Filigranbrosche ­ Schmuck aus dem Münsterland

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Mehr denn je war Schmuck früher eng verbunden mit der Landschaft, mit der Kleidung (Tracht), mit den landschaftlichen Gewohnheiten und anderen Äußerlichkeiten.

Ein Indiz für die Anschaffung wertvollen, historischen, Schmucks kann landwirtschaftlich begründet gewesen sein. In Gegenden mit fruchtbaren, ertragreichen Böden, wie zum Beispiel in der Soester Börde, gibt es große Höfe, auf denen wertvoller, auch antiker Schmuck zu finden ist gegenüber anderen Gegenden mit weniger ertragreichen Sandböden und (kleineren) Höfen, auf denen man nur selten wertvollen Schmuck vorfindet.

 

Um bei diesem Beispiel zu bleiben. Ahlen's Äcker haben keine hohe Bonität, was sich aber in Richtung Soest schnell ändert, wie bereits angesprochen.

Vor vielen Jahren zeigte mir eine Ahlener Dame einen von ihrer Schwiegermutter aus Dolberg geerbten Ansteckschmuck mit einem Kreuz, von dessen stilvoller Ausführung ich sehr angetan war. Meine Gedanken kreisten um die Frage, ob dieser Schmuck der westfälischen Landschaft zuzuordnen und ob diese feine Filigranausführung typisch für den Schmuck in unserer Region ist.

1978 kam das Buch "Alter bäuerlicher Schmuck" von Gislind M. Ritz auf den Markt. Dieses Buch widmet sich auch dem Filigranschmuck aus dem Münsterland mit Texten und Abbildungen und bemerkt: Das westfälische Filigran besitzt eigenen Charakter.

Im April 2013 fanden wir endlich eine prachtvolle Filigran-Brosche in Gold mit Emails aus dem Münsterland, wie er um ca. 1850 getragen wurde und bis heute noch getragen wird.

Der Brustschmuck, "Gadderken" genannt, besteht aus mehreren Teilen.

Zum Oberteil: Jeweils vier oben und vier unten aneinanderstoßende goldene Mondsicheln bilden einen Rahmen, in dem zwei tulpenförmige Blütenkelche mit je zwei Blättern ein Grundmotiv bilden.

Die sich ergebenden offenen Räume werden geschmückt mit Bögen, die beidseitig in Filigranschnörkel auslaufen. An den beiden Seiten ist je eine ovale Fassung befestigt, in deren Mitte sich auf blauem Email ein von Perlchen umringtes rotes Steinchen befindet. Im Zentrum befindet sich ein weiteres blau emailliertes Oval, geschmückt mit zwei Blütenrosetten aus Perlchen und roten Steinchen. Zwei Türkise ergänzen das Blütenensemble.

An den vier unteren Mondsicheln sind sieben Ösen angelötet, in denen links und rechts eine geprägte Eichel hängt.

Die folgenden beiden Ösen nehmen jeweils zwei goldene Erbsketten auf, die zu einem Hängekreuz führen.

Das Kreuz ohne Korpus konnte sowohl von katholischen wie auch evangelischen Frauen getragen werden.

Das Hängekreuz wird zusätzlich durch eine Öse gehalten, die an einer Mondsichel befestigt ist. Im mittleren Freiraum hängt ein plastisch geformtes Herz als Symbol der Liebe.

Das Kreuz besteht aus einer feinen Filigranarbeit. Auf die vier Balkenenden sind geriefte, hohle, spitzovale Dekore aufgelötet, wobei drei mit einer Kugel abgeschlossen werden. In der Kreuzmitte befindet sich eine blaue,
- Blau ist die Farbe der Treue - emaillierte Rotunde, umrandet von 12 weißen - Weiß ist die Farbe der Reinheit - Punkt-Emails, im Zentrum ein rotes Steinchen - Rot ist die Farbe der Liebe.

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kreuzanhaenger trachten bild

kreuzanhaenger trachten

Krone, Silber, teilvergoldet

2013-04-18 08.40.24

Der untere Kronenrand hat einen Durchmesser von ca. 145 mm und eine Höhe von ca. 280 mm. Auf dem mattierten Teil wurden 12 Fassungen mit farbigen facettierten Glassteinen befestigt.

Auf dem Kronenrand ist ein kronenförmiger Korpus mit 6 Bügeln aufgesetzt. In die 6 Zwickel sind ziselierte Muschelornamente und 6 Blumensträuße eingesetzt, die zur Mitte führen. Zunächst bildet eine vergoldete Kugel auf Sockel den Abschluß.

Bei dieser Krone ist auf der Kugel eine Spirale aus Silberdraht befestigt, die eine geflügelte Taube trägt, auf deren Kopf ein dreieckiges Silberschild, welches die Trinität andeutet, befestigt ist.

Diese Krone ist für eine Madonnenfigur erstellt worden. Die Madonnenfigur wurde bei Prozessionen auf einer Trage befestigt, die vielerorts von jungen, unverheirateten Frauen auf den Schultern getragen wurde.

Auch heute wird bei der jährlichen Wallfahrt von Ahlen nach Telgte eine Madonnen- Statue mit goldfarbener Krone, Zepter und Reichsapfel in der Prozession von unverheirateten Frauen getragen. Zu allen anderen Zeiten des Jahres hat die Madonnenfigur mit dem Jesuskind in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock-Hauses ihren Platz.

Spätestens im Jahre 1853 befand sich diese heute noch auf dem Wege nach Telgte mitgeführte Marienstatue im Besitze der Wallfahrt.“ So berichtete Dechant Paul Röschenbleck.

Zurück zur silbernen Wallfahrtskrone des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen,

die ebenfalls von jungen Frauen auf den Schultern getragen wurde. Während des Gehens wippte die Taube auf der Madonnenkrone beachtlich. Das nahmen die frommen Zuschauer am Wegesrand wahr; denn durch die biegsame Welle wackelt bei jedem Schritt der Heilige Geist. Amen.

Kreuz, Versehkreuz mit Chrisamgefäß (Provisur-Pyxis), deutsch, Raum Ibbenbüren 1786,

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Bronzelegierung, gedrückt, gegossen, gesägt, graviert, Maße: Höhe 192 mm, Durchmesser des Fußes 63 mm, Durchmesser des Kreuzes

96/99 mm, Durchmesser der Hostiendose 39 mm, Durchmesser des Chrisamgefäßes 25 mm, Marken: Jahreszahl 1786 gepunzt, "BR 45" graviert.

Versehkreuz mit Chrisambehälter auf kleinem, rundem Fuß.

Die glatte Fußoberfläche wölbt sich über einem überkragenden Rand zum runden Schaft, der das Salb-/Chrisamgefäß in der Form eines einfachen Zylinders (Konche) trägt. Der Schaft ist in der Mitte stark profiliert. Der Deckel des Gefäßes ist mit einem Scharniergelenk zu öffnen. Auf ihm steht mit einem kleinen, gekehlten Schaft das Kreuz mit der Hostiendose in der Mitte.

Die flachen Kreuzenden des griechischen Kreuzes sind geschweift. Strahlenbündel, die in die Zwischenräume gesetzt sind, betonen das Zentrum mit der runden, flachen Hostiendose. Während die Rückseite leicht nach innen gewölbt ist, weist der Deckel eine Wölbung nach außen auf. Die Schauseite zeigt die gravierte Darstellung des Gekreuzigten in volkstümlicher Wiedergabe. Umrahmt wird das Bildmotiv von ringförmigen Profilierungen, die den Rand des Deckels gestalten. Der äußere Rand ist gekordelt. Die Hostiendose ist mit einem Klemmverschluß und einem Scharniergelenk zu öffnen.

Eine lange Kette (Erbskette - nicht ursprünglich), die durch zwei Ösen an dem Chrisamgefäß und durch zwei Ösen an den Enden der Kreuzbalken geführt wird, ermöglicht das Tragen des Versehkreuzes mit dem Chrisamgefäß auf der Brust des Geistlichen während des Versehganges.

Das Gefäß ist handwerklich gut ausgeführt. Angesichts der vernieteten Löcher kann man davon ausgehen, dass die Kreuzbalken mit dekorativen Elementen (religiösen Symbolen?) versehen waren.

Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 88

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Sterbedokument

Zur ERINNERUNG

an unsere liebe Mutter

Maria Fischer

geboren den 19. November 1854

heimgegangen den 8. Februar 1902

Maria Dorothea Göbel aus Kirchhasel heiratete
Stephan Fischer in Rasdorf und ist die Mutter von Kaspar Fischer

Todesklage Text Vergroessert

 

 

Bildbeschreibung:

Auf einem Tisch stehen zwei Leuchter mit brennenden Kerzen, dazwischen ein Kreuz. Das Bild zeigt auf zwei Ebenen das Sterbebett mit der sterbenden Mutter, die das Sterbekreuz in den Händen hält. Die Tochter kniet und der Sohn faltet die Hände zum Gebet. Ein Vorhang deutet an, dass nach der Zeit des Abschieds derselbe zugezogen werden kann. Die weitere Interpretation zeigt uns, dass zwei Engel die Verstorbene in die Helligkeit tragen, wo sie ein weiterer Engel mit einem Kranz aus Rosen empfängt, um ihn der Verstorbenen aufzusetzen. Unzählige Engel, teils nur mit ihren Köpfen dargestellt, schauen der Szenerie zu.
Ein Engel mit rotem Gewand schaut rückblickend auf die beiden Kinder, die am Totenbett Abschied von ihrer Mutter genommen haben. Größe des Bildes 34 x 43 cm

Katholisches Leben im christlichen Haus
Der Empfang verschiedener Sakramente wurde früher beurkundet und die Urkunde teilweise in vorgedruckte Bilder eingetragen, die dann in Wohn- oder Schlafzimmern ihren Platz fanden.
Die Erstkommunion, die in Westfalen vorab im Bekanntenkreis mit den plattdeutschen Worten „et is annomen wuorden" (sie oder er ist angenommen worden), wurde dann am Kommunionstag nachmittags in der Kirche für jeden Erstkommunikanten namentlich bestätigt und vom Pfarrer beurkundet.
Im Todesfall wird ein Totenbildchen, Totenzettel, der die wichtigsten Lebensdaten des Verstorbenen beinhaltet, an die Beerdigungsteilnehmer verteilt.
Ein Toten-Gedächtnis-Bild, das eingerahmt im Hause Platz findet, gehört heute schon zu den Seltenheiten der gelebten Volksfrömmigkeit.
Der Tod wird heute von vielen Menschen verdrängt von wenigen Ausnahmen abgesehen. Wie gingen unsere Altvorderen damit um?
Die Ausstellung „Gut vorbereitet? Die Kunst des rechten Sterbens" im Landesmuseum für Klosterkultur im Kloster Dalheim widmete diesem Thema eine Sonderausstellung mit mehr als 100 Exponaten, die vom 22. Juni 2008 bis Februar 2009 gezeigt wurde. Wegen des außerordentlichen Interesses der Besucher wurde die Ausstellung bis zum 19. Mai 2009 verlängert.
Unter den Exponaten befand sich auch dieses Sterbebild aus dem Museum im Goldschmiedhaus Ahlen, das Anfang Juli wieder in Ahlen eintraf.
Dr. Clemens KOSCH, Stiftung Kloster Dahlheim LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, bedankte sich persönlich beim Museumsleiter Werner Fischer „Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich für diese willkommene Leihgabe im Zusammenhang mit unserer Ausstellung „Ars moriendi - Die Kunst des Sterbens.

 

Versehgarnitur

Im einem katholischen Haus zählte im 19. Jh. zu der Aussteuer und zu den "normalen" Hochzeitsgeschenken auch eine Versehgarnitur mit Kerzenleuchtern und einem Kreuz.


Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung

 

kreuz front kreuz rueck

 

Vorderansicht                                                                    Rückansicht


Versehkreuz, Metall, Eisen verchromt, Holzeinlage, Maße: Höhe ca. 27,5 cm

Eines der sieben Sakramente ist die Krankensalbung, im Volksmund die letzte Ölung.

Auch bei der sogenannten Krankenkommunion, die der Priester außerhalb der Kirche spendet, sollte im Krankenzimmer ein Kreuz mit Holzeinlage, ein Sterbekreuz vorhanden sein. Es ist üblich, dass das Sterbekreuz eine Holzeinlage hat, eingedenk des Spruches "Am Holz des Kreuzes....

Bei der Versehgarnitur im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus, das dem Museum gestiftet wurde, steht das Kreuz auf zwei Podesten, angedeutet als Kalvarienberg, darauf ein lateinisches Kreuz mit Christuskorpus im Dreinageltypus mit Dornenkrone und Lendentuch.

Oberhalb des Scheitelpunktes des Kreuzes ist ein zwölfzackiger Stern mit einem runden Endloskranz, darüber das INRI-Schild.

Die Rückseite erzählt in Bildern die Leidensgeschichte des Herrn.

Von unten nach oben: Die Geißelsäule, darauf der Hahn (Petrus dreimal verleugnet), eine Leiter, eine Lanze und eine weitere mit Schwamm, der heilige Rock, die drei Würfel, Zange und Hammer, Dornenkrone, Geißel, Schweißtuch der Veronika mit dem Christusantlitz sowie die 3 typischen Nägel. (Hergestellt: GERMANY).

An jedem Rosenkranz befindet sich ein Kreuz. Bei vielen Rosenkränzen hat das Metallkreuz eine Holzeinlage, auf dem der Christuskörper aus Metall ruht.
Beim einem katholischen Christen wird der Rosenkranz oder auch das Sterbekreuz dem Sterbenden in die Hand gelegt.
Wenn keine Feuerbestattung stattfindet, kommen der Rosenkranz und das Sterbekreuz mit ins Grab. 

tablett

 

Tablett, Metall, Eisen verchromt, oval, Maße: ca. 31 x 24 x 1,5 cm.

 

Im Spiegel des Tabletts ein achteckiges Sternbild, in diesem ein Kelch, über dem eine Hostie schwebt mit den Buchstaben IHS, alles in einem Strauß von Ähren, Blättern und Trauben.

 

Auf diesem Tablett stehen 5 Gegenstände: 2 Dosen mit IHS auf den Deckeln, 2 Schälchen und ein Glastöpfchen mit dem Schriftzug PAX, in denen Flüssigkeiten und wichtige Gegenstände für die Spendung der Krankenkommunion bzw. der letzten Ölung benötigt werden. 

letzte oelung


Phylakterion


Phylakterion
Doppeldeutigkeit

Die griechische Bezeichnung der von Juden getragenen Tefillin (Kapseln der Gebetsriemen).

Phylakterion, eine weitere Bezeichnung für Behälter, die am Körper (z.B. um den Hals) getragen werden und in denen Reliquien aber auch andere für den Träger wichtige, vielleicht für ihn magische Schutzmittel getragen werden.

Phylakterien kl
Vorder- und Rückansicht

Quadratisches, flaches Kästchen, das an der Oberseite mit einem Schiebeplättchen in Führungsschienen zu verschließen ist. Am unteren Ende sind 3 Ösen angebracht, an denen dünne Metallplättchen in Herzform hängen. Eine lange Kette ist an den Längsseiten mit Ösen befestigt.

Die Schauseiten des Anhängers zeigen in Reliefform die Darstellung des hl. Georg und das Bild der hl. Helena mit dem hl. Konstantin. Die Darstellung des hl. Georg ist umgeben von einem Rahmen aus einem doppelten Fries von Ornamenten. Sein Bild ragt über die Einfassung hinaus. Georg ist als ritterlicher Reiter wiedergegeben, der mit der rechten Hand seine Lanze in den Kopf eines Drachen stößt, der sich zu Füßen des Pferdes schlängelt. Er selbst ist ritterlich gekleidet. Sein Pferd ist gesattelt. Links und rechts seines Kopfes kennzeichnet ihn eine Inschrift mit griechischen Buchstaben ΑΓΙΟΣ ΓΕΡΓΗΟΣ als Hl. Georg.

Das Bildmotiv der hl. Helena und des hl. Konstantin wird von einem stehenden, hohen Kreuz mit kleinem Querbalken bestimmt; es unterteilt das Bild in zwei Hälften, in denen die beiden Heiligen in parallelisierter Form dargestellt sind. Bekleidet mit einem langen Gewand oder Schulterumhang halten beide ein Kreuz zur Außenseite des Bildes. Zur Innenseite weisen sie auf das zentrale Kreuz, das auf einem kleinen Hügel steht. Ihre Köpfe tragen eine große Helmkrone, von einem großen Nimbus umstrahlt. Über beiden Personen kennzeichnen griechische Namenszüge die Dargestellten als Hl. Helena - ΑΓΙΑ ΕΛΕΛΗ und Hl. Konstantin -ΑΓΙΟΣ ΚΟΣΑΝΤΙΝΟΣ.
Anhängerschachteln dieser Art gehören zu den Amuletten (Phylakterien), die im Raum der Ostkirche, besonders in Makedonien, im Zeitraum vom 17. bis 19. Jahrhundert beliebt waren. St. Georg, Helena und Konstantin als Heiligenfiguren auf der Schachtel bezeugen diesen räumlichen Bezug, denn sie zählen zu den besonders verehrten Heiligen des Ostens.
St. Georg, wahrscheinlich ein Sohn einer begüterten Familie aus Kappadozien in Kleinasien, bekannte sich als Offizier in der römischen Legion während der Verfolgung der Christen durch Kaiser Diokletian (284-305) öffentlich als Christ. Er wurde nach grausamen Martern 303 enthauptet. Sein mutiges Geständnis führte schon früh zu einer Verehrung und einer reichen Legendenbildung um sein Leben. Sein Kampf für das Gute spiegelt sich in der Legende des Drachenkampfes wider, weshalb St. Georg in der Regel als reitender Soldat oder Ritter dargestellt wird, der den Drachen mit einer Lanze besiegt.
Das Bildmotiv der beiden Heiligen, Helena und Konstantin, findet sich ebenfalls schon sehr früh in der Tradition der Ostkirche. Kaiserin Helena (225-330), die Mutter Konstantins, gilt als Förderin des Christentums. Sie veranlaßte den Bau zahlreicher Kirchen über den angeblich historischen Stätten im Heiligen Land. Der Legende nach fand sie das Kreuz Jesu Christi wieder, ebenso die Nägel und den Kreuztitulus.
Aufgrund dieser Kreuzauffindung steht sie oft mit ihrem Sohn Konstantin, dem apostelgleichen Kaiser der Ostkirche, um das Kreuz Jesu Christi; denn auch er steht in einem engen Zusammenhang mit der aufkommenden Kreuzverehrung im frühen Christentum. Seine Hinwendung zum Christentum und seine Toleranzedikte von 311/313 werden durch seinen Sieg an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 gedeutet, demzufolge er den Aufstieg zur kaiserlichen Herrschaft der Erscheinung des Kreuzes vor der Schlacht zu verdanken habe.

Phylakterion

Phylakterion1


Dreieckiger Kettenanhänger in der Form eines kleinen Behälters, der an der Oberseite mit einer Abdeckplatte in seitlichen Führungsschienen zu verschließen ist. In der Mitte des Abdeckplättchens dient eine aufgelötete Kugel als Knauf.
Die Schauseite des Anhängers ist mit einem feingliedri-gen Kettenfries umrandet. Ein doppelköpfiger Adler mit Krone, der auf die Mitte des Dreiecks aufgesetzt ist, ragt über die Bildeinfassung hinaus. Links und rechts von ihm sind in den spitzen Winkeln des Dreiecks 2 kleine Kugeln befestigt. Die Rückseite des Anhängers ist motivlos glatt.
An der Halskette, die an den Seiten des Dreiecks durch 2 Ösen befestigt ist, sind 2 dünne Metallplättchen in Herzform angehängt.
Das Motiv des bekrönten, doppelköpfigen Adlers entstammt der Staatsheraldik des römisch-deutschen Kaiserreiches. Eine eindeutige Funktionszuweisung dieses Anhängers ist daher erschwert.
Parallelen in der funktionalen Gestaltung mit dem makedonischen Phylakterion (Abb. 44) legen die Vermutung nahe, daß es sich hier ebenfalls um einen Anhänger handelt, der mit amulettähnlichen Gegenständen gefüllt werden konnte.
Phylakterien dieser Art dienten als Amulette der Aufbewahrung allerlei zauberkräftiger Schutzinschriften und Bibelzitate, die den Besitzer vor Unheil bewahren sollten. Der mögliche Inhalt der Phylakterien ist so vielfältig wie die Palette der amulettkräftigen Materialien. Die Kettenanhänger wurden, im Unterschied zum Talisman, mehr offen als verborgen auf der Brust getragen.
Das Bestreben, durch dieses Amulett geheimnisvolle Kräfte in Besitz zu bringen, ist so alt wie die Menschheit. Auch der moderne, aufgeklärte Mensch trägt dieses Verlangen noch in sich. Die Beliebtheit von Talismanen in der Form von Anhängern und die Verwendung von Schutzpuppen (Maskottchen) und Sternkreiszeichen geben ein reiches Zeugnis für diesen Glauben.

Flag of the Greek Orthodox Church.svg

Nachtrag: Bei der Darstellung handelt es sich um den Doppeladler, der Flagge der griechisch-orthodoxen Kirche und der Autonomen Mönchsrepublik Heiliger Berg bzw.
Autonome Mönchsrepublik Athos.

statue wahrer

 

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taufmedallion text

taufmedallion

Bezeichnung Votivschild, Votivgabe, Weihegeschenk
Material Metall
Stempel kein Stempel
Gewicht 12,6 gr.
Maße ca. 13,5 cm x 11,0 cm
Motiv Augenmotiv

Beschreibung In einem Oval, ca. 8,5 cm x 4,5 cm, sind 2 Augen geprägt, mit Augapfel, Pupillen und angedeuteten Augenbrauen. Um den geprägten Kordelrand ist ein üppiger, barocker Rahmen. Vier Blüten oder Rosetten mit acht Blättern bilden den seitlichen Abschluß. Dazwischen ist jeweils ein Engelsgesicht mit 2 übereinandergelegten Flügeln. Zwischen 4 in Bögen verlaufenden Motiven befindet sich oberhalb eine grössere Rosette, auf der, nach oben versetzt, eine kleinere Rosette beweglich befestigt ist. Dahinter sitzt eine dreieckige Schlaufe. Unterhalb des Schildes ist ein geprägter Engelskopf mit 2  Flügeln angelötet.

Herkunft Süddeutschland?
Meister
Zeit 19. Jahrhundert
Erworben Geschenk von Renate und Claus Pohl aus Duisburg, am 30. Dezember 2000 bei ihrem Besuch in Ahlen Votivgaben = Weihegeschenke sind Gott und einzelnen Heiligen und Kirchen dargebrachte Gaben und Opfer, um dadurch in gewissen Anliegen erhört zu werden, oder auch für erlangte Gebetserhörungen, besonders im Falle des Gelübdes.

votivbild

Votivbild
Bilder und das, was sie uns zeigen, können an vieles erinnern, an die Ahnen, an Familienfeste und auch an Glaubensbekenntnisse z.B. das Kommunionbild an die Erstkommunion, den Tag, an dem der Katholik zum ersten Mal das Sakrament der Eucharistie empfangen hat.
Eucharistie = Name für das Altarsakrament, die Wirklichkeit, die Gegenwart Gottes in der konsekrierten Hostie und im Wein.

Was verbirgt sich hinter dem Kunstwerk dieser in echtem Silber gestalteten halbplastischen Bildskulptur? Wir können die Aussage nur erahnen.

Sie stellt einen auf Wolken schwebenden Kelch dar, der die Verbindung der Erde zum Himmel andeutet. Aus der Kelchkuppa erstrahlt die aufsteigende Hostie, das Brot des Lebens, mit den Buchstaben IHS, deren freie Interpretation u. a. Jesus-Heiland-Seligmacher ist. Auf dem H ein Kreuz, darunter drei Nägel in der Erinnerung: Denn durch Deinen Tod am Kreuze hast du die Welt erlöst.
Diese obere Bildgeschichte wird umrandet von einem Strahlenkranz, der die Herrlichkeit Gottes versinnbildlicht.
Die halbplastische Darstellung, eine getriebene Silberschmiedekreation, ist mit 800 gestempelt. Die Höhe beträgt ca. 26 cm, die Breite ca. 13,5 cm. Sie ist etwa Anfang des 20. Jh. entstanden.

Weihwasserbehälter, deutsch, 2. Hälfte 18. Jh., Zinn, gegossen,

2013-04-18 08.54.56

Weihwasserbehälter, deutsch, 2. Hälfte 18. Jh., Zinn, gegossen,

Maße: Höhe 204 mm, Breite max. 110 mm

Weihwasserbehälter mit kleiner Platte in Kartuschenform.

In eine Umrahmung aus C-Bögen und Muschelwerk ist die Darstellung der Trinität in flacher Reliefierung gegossen: Um eine Kugel angeordnet sitzen bzw. stehen Christus und Gott Vater. Christus hält in der linken Hand ein Zepter und die rechte Hand zum Redegestus erhoben. Ein großes Kreuz liegt vorne über seiner rechten Schulter.

Gott Vater ist in der Gestalt eines älteren Mannes mit wallendem Gewand dargestellt. Hinter seinem Haupt kennzeichnet ihn der dreieckige Nimbus. Seine rechte Hand hält er bezeugend nach oben, während er mit der linken Hand auf die Kugel als Symbol des Alls verweist.

Über ihnen schwebt, in Form einer Taube der Heilige Geist (Mose) vor einem querovalen Medaillon mit einem Strahlenkranz. Zwei Engelsköpfe mit Flügelpaaren schauen von links und rechts oberhalb der Taube auf die himmlische Erscheinung herab. Am unteren Ende ist der Weihwasserbehälter angesetzt. Der gekurvte Rand und die gewellte Oberfläche geben dem Behälter die Dynamik einer Drehbewegung. Die gedrehte Linienführung dieses Objekts ist charakteristisch für die Spätphase des Rokoko.

Auf der Rückseite sind Fragmente einer alten Gravur noch sichtbar.

Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 144


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Weihwasserbehälter, Italien, um 1700, Holz, geschnitzt,

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grundiert, Polimentvergoldung, Wachs, Glas, Maße: Höhe 320 mm, Breite 230-240 mm.

Weihwasserbehälter aus grundiertem und mit Blattgold belegtem Holz mit großer Wandplatte im Stil des Barocks.

In die mit barocken Ornamenten (C-Bögen, Rankenlaub und Trauben) plastisch reliefierte Oberfläche der Wandplatte sind fünf ovale, wulstige Rahmen geschnitz und in Kreuzform angeordnet. Sie zeigen hinter verglasten Sichtöffnungen fünf ovale, geprägte Wachsmedaillons unterschiedlicher Größe, sog. Agnus Dei. Es handelt sich bei allen fünf Agnus Dei um Wachstäfelchen, die von Papst Innozenz XII. (12.7.1691 - 28.9.1700) geweiht wurden. Auf den Schauseiten der Medaillons sind die Bildnisse folgender Personen geprägt:

Hl. Liborius - mit der Umschrift S. LIBORIUS EPISCOPUS - INNOC. IXX - PMAX

Mutter Gottes - mit der Umschrift MATER SALVATORIS ORA PRO NOBIS

Christus - mit Umschrift SALVATOR MUNDI SALVA NOS - ROMA

Frauenkopf ohne Umschrift

Hl. Franziskus - mit der Umschrift S. FRAN.

Auf die Rückseiten der Wachsmedaillons ist stets das Lamm Gottes (Agnus Dei) mit der Umschrift geprägt ECCE AGN. DEI QUI TOL. PECC MUNDI (ecce agnus dei, qui tollit peccata mundi = seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt).

Zusätzlich wird der Name des Papstes und das Weihejahr genannt: Innozens XII. PMAI (Pontifex Maximus Anno Jubilaeo) 1692 (Franziskus - Agnus-Dei) und abweichend hiervon Liborius- und

Christus-Agnus-Dei, die mit dem Weihejahr 1700 bezeichnet sind.

Die Prägung im Jahre 1700 fällt aus dem Rhythmus der Weihe, die alle sieben Jahre stattfand, heraus. Sie erweist sich daher als Sonderprägung im Jubeljahr 1700.

Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 140

Geschenk von Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo/Italien.

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Weihwasserbehälter mit großer Wandplatte in Kartuschenform, Italien

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18. Jh., Holz geschnitzt, grundiert, Blattversilberung mit Ölvergoldung, Bronze gegossen, Corpus Zink, Maße: Höhe 450 mm, Breite max. 270 mm

Um die ebene Wandplatte legt sich eine geschwungene mit Blattsilber belegte und ölvergoldete Rahmung, die sich an den Seiten zu flügelähnlichen Voluten ausbreitet. Das obere Ende ziert einen muschelförmig ausgeschweiftes Akanthusblatt.

In die Mitte der ebenen Wandplatte ist auf schwarzem Grund und aufgetragenen Goldstrahlen ein flaches Kreuz in lateinischer Form mit der Darstellung des Gekreuzigten in Dreinageltypus gesetzt. Die Arme Jesu Christi sind schräg nach oben gestreckt und im Handteller angenagelt. Sein Kopf mit langem Bart und Haupthaae ist auf die rechte Schulter gesunken. Bekleidet ist er mit einem Lendenschurz, der an der rechten Seite lang herabfällt.

Am unteren Ende der Platte ist in spitz zulaufender Form ein Weihwassertopf angesetzt und innen mit Blei ausgelegt.

Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 142

Geschenk v. Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo (Italien),

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Weihwasserkesselchen

Weihwassergefaess

Bronze, brüniert, 21,5 x 12,5 cm

Die Schauseite zeigt in einer bogenförmigen Umrahmung als Halbplastik das Abbild der Muttergottes mit Krone, die das Jesuskind mit Nimbus und ausgebreiteten Armen trägt.

Die rechte empfehlende Hand der Gottesmutter zeigt in eine gedachte Richtung.
Mit weit ausladendem Rock endet die Szenerie am vorgesetzten Weihwasser aufnehmenden Becken (Kessel).

Hinter der Rückwand befindet sich eine bewegliche Öse zum Aufhängen.
Die Muttergottes mit dem Jesuskind ist mit Schrauben und Muttern befestigt. Rückseitig wurde 2013 ein graviertes Widmungsschild angebracht.

Jugendstil vor 1900
Geschenk von Familie Fritz und Gertrud Hercher, geb. Beumer

Weihwassertöpfchen - auch Weihwasserkesselchen genannt,

(Biskuit)-Porzellan, 195 mm hoch, 19./20. Jh.

Weihwasser

Motive der vorderen Wandplatte: Im weißgrundigen äußeren Rahmen mit Goldfadenumrandung befindet sich ein Loch, von dem ein Sprung ausgeht, der auf der Rückseite seine ganze Länge zeigt.
An beiden Seiten der Öffnung befinden sich Darstellungen von Rosenbuketts. Die innere Freifläche ist mit grüner Farbe gestrichen, die gleichzeitig als Umrandung für die plastische Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind dient.

Die Gottesmutter Maria mit langem, lockigem Haar, auf dem Haupt eine Krone tragend, ist mit einem wallenden Mantel und Unterkleid bekleidet. Auf ihren Armen stützt sie das Jesuskind, das die Arme zu einer Willkommenshaltung ausstreckt. Zur besonderen Deko befinden sich sowohl bei der Gottesmutter als auch beim Jesuskind goldene Kügelchen auf den Gewändern.

Das hervorspringende Kesselchen, das das Weihwasser aufnimmt, ist mit einem Kreuz mit einer Goldfadenumrandung und einer Rosengirlande versehen.


Im Kesselchen befindet sich im Porzellan die Zahl 3248. Am Loch für die Aufhängung sind leider kleine Ausbrüche im Porzellan.

Das Weihwassertöpfchen wurde dem Museums-Leiter Werner Fischer von Frau Gabriele Moser-Osthoff am 16. Mai 2013 geschenkt.